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19. Mai 2012   Sie sind nicht eingeloggt    
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Die fachlichen Anforderungen an die Mitarbeiter im Pharmaaußendienst werden weiter zunehmen. Denn die Informationsvermittlung wird immer wichtiger. Und: Um die Gesundheitskosten nachhaltig zu senken, sind neue Mehrwertangebote – beispielsweise Compliance-fördernde Dienstleistungen – sinnvoller als reine Preisinstrumente, wie etw Rabattverträge.


Das waren zwei Kernaussagen auf dem Jubiläumsforum „10 Jahre MARVECS“. Mehrwerte seien schön und gut, aber es müsse eine Form einer Win-Win-Situation für alle Beteiligten im Gesundheitssystem sein, forderte Dr. med. Tim Husemann, Director Healthcare Management & Contracts bei MSD Sharp & Dohme GmbH. „Betrachtet man ... die Ziele der verschiedenen Parteien vom Patienten über den Arzt bis hin zu KVen, den Krankenkassen und der Pharmaindustrie, wird man feststellen, dass sich diese zu großen Teile decken. … Es muss deswegen gelingen, im Sinne von Leistung und Gegenleistung die individuellen und die gemeinsamen Ziele abzugleichen und neue Vertragsbeziehungen zu entwickeln, die tatsächlich zu einer Win-Win-Situation für die Beteiligten, zu denen auch Ärzte und Patienten gehören, führen“, betonte er.

Husemann sieht den Spielraum für Kostensenkungen etwa durch Rabattverträge im Generika-Bereich so gut wie ausgereizt. Auch bei Originalpräparaten seien die Einsparungsmöglichkeiten begrenzt. Einen Grund dafür hat er im demographischen Wandel entdeckt, der sich viel stärker auf die Entwicklung der Kosten im Gesundheitswesen auswirke. Deswegen dürften nicht nur einseitig die Kosten im Vordergrund stehen, sondern der Nutzen.

Marvecs sieht ein Beispiel für solche Mehrwerte im Compliance-Angebot. Doch der breite Durchbruch lässt noch etwas auf sich warten: „Bislang erkennen Krankenkassen und Hersteller erst vereinzelt, welche volkswirtschaftlichen Potentiale eine bessere Compliance bei chronischen Krankheiten wie etwa Diabetes hat – ganz zu schweigen von der verbesserten Lebensqualität für den Patienten“, bekundet das Unternehmen. Deswegen möchte Marvecs diesen Nutzen in einem der nächsten Projekte durch Instrumente wie eine „Pay for performance-Analyse“ kombiniert mit Laborwerten und Patientenberichten detailliert nachweisen.

Was aber passiert mit dem Außendienst, hat er ausgedient? Torsten Boethin, Sales Manager bei der Madaus/Opfermann Arzneimittel GmbH, widersprach dem: Zwar stehe der klassische Pharmaaußendienst vielerorts politisch unter Druck und werde von unterschiedlichen Seiten sogar generell in Frage gestellt. Doch bei der überwiegenden  Mehrheit der Ärzte seien Pharmareferenten nach wie vor willkommen. Denn diese würden von einer zunehmenden Informationsflut regelrecht überrollt und seien deswegen dringend auf kompetente Beratung angewiesen. Madaus/Opfermann setzt auf eine Fortbildungsoffensive, um seine Außendienstmitarbeiter auf die zunehmenden Anforderungen vorzubereiten.

„Künftig benötigen wir ganz unterschiedliche ‚Typen’ im Außendienst, wie etwa speziell ausgebildete Referenten für den Facharzt, für Kliniken, Key-Accounter oder gesundheitspolitische Referenten. Sie müssen die neuen Zielgruppen nicht nur bezüglich einzelner Präparate beraten können, sondern verstärkt als Konzeptberater tätig werden“, so Boethin. Der Erfolg gibt ihm anscheinend Recht: „Mitarbeiter, die einem Arzt echte Mehrwerte in Form von objektiver Information bieten und sich nicht nur auf das Produkt, sondern auf den gesamten Informationsbedarf des Arztes einstellen, sind heute schon gefragte Partner unserer Kunden.“

Jubiläumsforum „10 Jahre MARVECS“, 1. und 2. Oktober in Ulm
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