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19. Mai 2012   Sie sind nicht eingeloggt    
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Wie zufrieden sind Ärzte mit dem Außendienst?

Untersucht wurde die Betreuungsarbeit des einzelnen Pharmaaußendienst- Mitarbeiters und die hierdurch in seinem Gebiet bei seinen Ärzten geschaffene Zufriedenheit.


Die in die Studie einbezogenen Mitarbeiter wurden vor der Befragung gebeten, sowohl die durchschnittliche Gesamtzufriedenheit ihrer Kunden mit ihrer Betreuung als auch die im Mittel zu erwartenden Wichtigkeits- und Zufriedenheitsurteile zu den einzelnen Leistungsmerkmalen einzuschätzen. Die Hypothese: Stimmt das Selbstbild eines Außendienstmitarbeiters über seine Betreuungsleistung nicht mit dem Fremdbild seiner Kunden überein, sind nur unterdurchschnittliche Erfolge erziel- oder Steigerungsmöglichkeiten nicht nutzbar, da die spezifische Bedarfs- und Anforderungssituation der Ärzte nicht erkannt wird. Zudem werden bei Unter- oder Überschätzungen die Vertriebsressourcen falsch eingesetzt.

Auch wenn die Mitarbeiter durchgängig der Meinung waren, „ihre“ Ärzte und deren Zufriedenheit zu kennen, zeigten sich teilweise erhebliche Eigenbild-Fremdbild-Diskrepanzen. Die Gesamtzufriedenheit wurde über-, die Merkmals-Wichtigkeit unter- und die Merkmals-Zufriedenheit wiederum überschätzt. Die größten Eigen-Fremdbild-Abweichungen fanden sich im Bereich der Gesprächsführungsqualität, aber auch bei der Wirkung der angebotenen Serviceleistungen.

Die durchschnittliche Gesamtzufriedenheit aus Mitarbeitersicht belief sich auf den Wert 2,1, die durchschnittliche Arztzufriedenheit lag tatsächlich bei 3,2. Daraus ergab sich, dass die Betreuungsleistung von 14 der 20 Mitarbeiter den Arztanforderungen nicht entsprach. Die Gründe hierfür waren mitarbeiterbezogen verschieden, allen gemeinsam zeigte sich ein aus Arztsicht zu geringer Praxisbezug der vermittelten Informationen, eine zu wenig ausgeprägte Kompetenz auf dem Gebiet der Patientenführung sowie eine unzureichende Unterstützung der Ärzte bei ihrer unternehmerischen Tätigkeit.

Die Mitarbeiter der Studie differenzieren sich bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich in High und Low Potentials, ein Mittelsegment existierte nicht.

Zur Untersuchung: Bei einem Außendienst-Stab mit vier Regionen und 20 Gebieten wurde für jeden Mitarbeiter eine individuelle Kundenzufriedenheitsanalyse mit durchschnittlich 65 zufällig ausgewählten niedergelassenen Ärzten pro Bezirk durchgeführt. Die Analyse erfolgte mit Hilfe eines Fragebogens. Untersucht wurden die Schlüssel-Leistungsbereiche „Gesprächsführung“, „Kompetenz“ und „Service“, ergänzt um offene Fragen zu Stärken, Schwächen und Veränderungswünschen der Ärzte für die Betreuung. Die Untersuchung erfolgte in Form einer Benchmarking-Analyse dreidimensional. Hierbei wurden die jeweils auf der Gebiets-(Mitarbeiter-)Ebene ermittelten Analyse-Ergebnisse zu Regions- und Stabs-Ergebnissen verdichtet. Die Rücklaufquote lag bei 87%.

Die Betreuungsqualität des Pharma-Außendienstes im Kundenzufriedenheits-Benchmarking, Dipl.-Kfm. Klaus-Dieter Thill, ifabs, Institut für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung, Düsseldorf
PM-Report 3/11
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