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19. Mai 2012   Sie sind nicht eingeloggt    
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Pharmareferenten: Erheblicher Optimierungsbedarf

In der Optimierung des Pharmaaußendienstes gibt es erheblichen Handlungsbedarf – jedenfalls aus der Sicht der Arzt-Kunden.


Die MKM-Studie zum Status der Pharmaberater hat nicht nur Pharmareferenten und Ärzte, sondern auch Pharmamanager zu ihrer Einschätzung befragt. Dabei zeigen sich gewaltige Unterschiede in der Wahrnehmung der Pharmaberater von sich selbst und von außen – also durch Ärzte und Pharmamanager. Pauschal haben die Manager ein schlechteres Bild vom Auftreten der Pharmaberater als diese selbst und die von ihnen besuchten Ärzte, erklärt MKM.

Offensichtlich halten sich die meisten Pharmaberater für gute Kommunikationsprofis. Die Ärzte beurteilen diese Haupttätigkeit des Pharmaaußendienstes jedoch vollkommen anders. Die wahre, klare, prägnante Kommunikation scheint aus der Sicht der Ärzte nicht eine herausragende Fähigkeit der Pharmaberater zu sein.

Wie die Befragung ergab, liefern viele Pharmaberater beim Arzt darüber hinaus das Bild eines von seiner Firma nicht optimal unterstützten Repräsentanten ab. Außerdem scheint vielen Pharmaberatern neben Wissen auch Selbstwertgefühl, Dienstleistungsmentalität und Einfühlungsvermögen zu fehlen. 78,8% der Ärzte beurteilen Terminvereinbarungen als eingehalten.

Das ist ein schlechteres Bild als die Pharmaberater von sich selbst haben. Da sagen 89,1%, sie hielten Termine ein. Auch die Einschätzung der Angemessenheit der Abstände bei den Praxisbesuchen sehen Ärzte (66,8%) und Pharmaberater (81,4%) deutlich anders. 69,6% der Ärzte schätzen den Pharmaberater als glaubwürdig ein. Die Pharmamanager (71,2%) sehen das ähnlich wie die Ärzte, während die Pharmaberater (89,2%) ein deutlich positiveres Bild von sich haben.

Auch Selbstsicherheit und Kompetenz werden unterschiedlich beurteilt: Arzt 73,0%, Manager 68,3% und Pharmaberater mit 86,3%. Ganz fatal sind laut Bewertung von MKM die Aussagen der Ärzte zur Begeisterungsfähigkeit: Arzt 55,0%, Manager 62,5% und Pharmaberater 79,9%. Auch in den Bereichen Humor, Aufnahme von Anregungen und vor allem Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit sind die Unterschiede sehr deutlich: Arzt 77,8% und Pharmaberater 87,4%.

Die Ergebnisse der Studie zeigen im Bereich Service die größten Unterschiede zwischen dem Erleben der Ärzte und dem Selbstbild der Pharmaberater. Hier werden aus Sicht der Ärzte viele Chancen vertan, die ein gut geführter Außendienst mit Einfühlung, Wertschätzung und Engagement durchaus leisten könnte. Bei der Fachkompetenz existieren fast dramatische Unterschiede zwischen Kundenwahrnehmung und Selbsteinschätzung: Während 64,2% der Ärzte med.-wiss. Kenntnisse erkennen, glauben 81,9% der Pharmaberater über dieses spezielle Wissen zu verfügen. Auch sein Allgemeinwissen wird vom Pharmaberater (81,8%) deutlich besser eingeschätzt als vom Arzt (63,4%).

Noch schlechter sieht es mit der Zuteilung Fachkompetenz in Sachen Gesundheitspolitik aus: 57,5% der Ärzte trauen diese einem Pharmaberater zu, während 76,7% der Berater diese Kompetenz bei sich selbst sehen.

MKM Trendstudie „Status Pharmaberater“, MKM, Fleck 34–36, 83661 Lenggries
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