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iPad, Tablet-PC & Co. – Mobile Helfer im Pharma-Außendienst – oder Hürde im Verkaufsgespräch?

von Beatrice Sonntag, Beratung & Konzept bei 2COMMUNICARE MEDICAL COMMUNICATIONS & MARKETING RESEARCH


Die Zahl der Unternehmen im Pharmamarkt, welche iPads oder andere mobile Devices im Vertrieb einsetzen, ist bisher noch gering, doch die Zahl der Anwender und Medical Apps (Kurzform für Anwendungen, Applikationen) wächst stetig weiter. Die einfache, intuitive Bedienung sowie die Geschwindigkeit der Darstellung sind neben dem handlichen, trendigen Design die Hauptgründe für den Einsatz von iPads im Vertrieb.

Einsatz im Pharma-Außendienst
Auch im Pharma-Außendienst werden vermehrt Tablet-PCs und iPads eingesetzt. Erste Befragungen von Ärzten zum Einsatz von TPCs im Arztgespräch zeigen ein unterschiedliches Meinungsbild (Quelle: EUMARA-TPC-Monitor, November 2010): Es herrschen vor allem qualitative Defizite. Fast die Hälfte der befragten Ärzte hat eine eher negative Meinung bis hin zur Ablehnung von Präsentationen auf den TPCs. Gründe hierfür liegen vor allem in schlecht aufbereiteten Inhalten sowie die oftmals mangelnde technische Handhabung durch den Außendienst.

Konzeptionelle Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz: Mediengerechte, nutzenorientierte Konzeption und zielgruppenspezifische Inhalte
Entscheidend für die Nutzung und somit den Erfolg der Anwendung ist eine an den Bedürfnissen der Zielgruppen orientierte Darstellung und mediengerechte Aufbereitung der Inhalte. Genau darin liegt aber auch die Stärke gegenüber einem klassischen Folder-Einsatz: Je nach dem Kenntnisstand und Interesse des Gesprächspartners können bei einem geübten Umgang entweder nur die Nutzenaspekte und Kernaussagen gezeigt werden – oder bei Bedarf auf tiefer liegende Inhalte, wie z. B. Studienergebnisse, genauer eingegangen werden. Modulare Gesprächsbausteine gestatten zudem eine konsequente und spontane Anordnung der Inhalte und ermöglichen somit eine individuelle Änderung der Gesprächsführung.

Der Außendienstmitarbeiter kann selbst bestimmen, welche Details er mit dem Arzt besprechen möchte, je nach Informationsbedarf oder zeitlichen Möglichkeiten. In der Konzeption von elektronischen Inhalten spielt auf Grund des technischen Fortschrittes das Medium (ob Tablet-PC oder Website) inzwischen eine untergeordnete Rolle.

Ein geübter, souveräner Einsatz von TPCs als Basis für ein erfolgreiches Arztgespräch
Personal Skills zum erfolgreichen Einsatz: verkaufsorientiertes Gesprächstraining und geübter Umgang mit den elektronischen Medien
In jeder Phase eines Verkaufsprozesses werden unterschiedliche Anforderungen an die Kompetenzen der Außendienstmitarbeiter gestellt. Je besser den Mitarbeitern diese Ansprüche bekannt sind und je besser sie in Form von Trainingsmodulen erlernt und trainiert wurden, desto erfolgreicher wird dieser Prozess ablaufen. Denn was bei TPCs auf den ersten Blick als elektronische Raffinesse erscheint, bedarf einer speziellen Gesprächstaktik und einer aktiven Form der Gesprächsführung. Die Versuchung, sich nach hinten zu lehnen und ohne aktive Gesprächsführung Bilder, Experten-Interviews oder andere visuelle Effekte zu zeigen, ist groß. Den Außendienst infolgedessen nur mit iPads & Co. auszustatten, ohne vorhergehendes Training und Schulung der speziellen Gesprächsinhalte, ist wenig zielführend. Auch bei ansonsten selbstsicheren, souveränen Verkäufern hinterlässt der unsichere Umgang mit iPads & Co. ein negatives Bild beim Arzt. Der sichere Umgang mit dem Tablet-PC und den gezeigten Inhalten bildet die Grundvoraussetzung für ein positives, abschlussorientiertes Arztgespräch.

Steigerung der Akzeptanz: Live-Trainings vermitteln Sicherheit im Arztgespräch und dem Umgang mit dem Medium. Unsere umfangreiche Erfahrung bei Testung und Training von elektronischen Inhalten hat gezeigt, dass ein dreistufiges Vorgehen bei der Einführung von Tablet-PCs im Pharmaaußendienst erfolgversprechend ist:

1. Konzeption im Team:
Bereits bei der Konzeption der Inhalte und der Entwicklung einer Gesprächsstrategie ist Teamarbeit (Marketing, Medizin, Außendienst und Agentur) konstruktiv und zielführend. Die Akzeptanz der Medien kann dadurch maßgeblich gesteigert werden.

2. Testung und Adaption:
Im Rahmen von Foldertests in Gesprächslaboranordnung erfolgt im Anschluss mit Hilfe der Zielgruppe die Feinjustierung des Gesprächsleitfadens hinsichtlich Argumentationsaufbau und Kommunikationsstruktur.

3. Intensives Training in realer Gesprächssituation mit Ärzten:
Ist der E-Folder dann anhand des Verkaufsgespräches optimiert, empfiehlt sich ein intensives Training des Außendienstes mit Ärzten in einer mittels Video aufgezeichneten Gesprächslabor-Anordnung. Bereits mit zwei bis drei Arztgesprächen pro Außendienstmitarbeiter und dem direkten Feedback von Kollegen kann die Sicherheit im Umgang mit den Inhalten und dem elektronischen Medium erfolgreich vermittelt werden. Die Erfahrung zeigt, dass selbst Mitarbeiter, welche dieser Trainingsmethode anfangs skeptisch gegenüberstanden, am Ende des Tages Sicherheit im Umgang mit dem Medium haben und positiv überrascht vom Trainingsergebnis sind.

Begeisterung am Umgang mit iPads & Co.
Wichtig ist, dass man den Mitarbeitern etwas an die Hand gibt, das auch Spaß macht. Deshalb raten wir, den privaten Gebrauch von Apps und privaten Anwendungen zu gestatten, denn das steigert die Motivation und das geübte Handling mit diesen Medien. Und nicht zuletzt muss der Nutzen für den Außendienst und das Arztgespräch für beide Seiten auch klar erkennbar sein. Der erfolgreiche Einsatz von Tablet-PCs im Außendienst ist für Unternehmen zukünftig keine Frage des Ob – sondern wann und wie professionell das neue Medium implementiert wird.

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