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Ranking des Onkologie-Außendienstes

Der Onkologie-Außendienst der Firma Roche führt seit Jahren das Ranking der meisten Außendienstbesuche bei onkologisch tätigen Ärzten und Apothekern an. In der aktuellen Welle 17, die von März bis Mai 2010 durchgeführt wurde, liegt Roche mit 18% aller von den Ärzten dokumentierten Besuche deutlich vor den Firmen Novartis (11%) und Sanofi-Aventis (7%).


„Dies ist wenig verwunderlich, da die Firma Roche das größte Onkologie-Portfolio besitzt. Zudem besteht in der Onkologie der Trend, ein bereits zugelassenes Medikament auf weitere Indikationen auszuweiten, was Roche erfolgreich für mehrere Präparate durchführt“, kommentiert Dr. Maike Bestehorn, Managing Director bei Kantar-Health, die Ergebnisse.

Aktuell erhielt das bisher in der Brustkrebstherapie verwendete Produkt Herceptin eine Zulassung für Magen-Ca und die Besprechungen des Roche-Außendienstes zeigen, dass er hier intensiv tätig ist. Während bei den bis dato führenden Produkten Taxotere und Xeloda die Außendienstaktivitäten nahezu konstant gehalten wurden, konnte Herceptin die Anzahl seiner Besprechungen mehr als verdoppeln. Herceptin geht damit in der Indikation Magen-Ca deutlich in Führung (54% aller Besprechungen).

Diese Entwicklung deutete sich bereits in der Vorwelle an. Auf dem NSCLC/ Bronchial-Ca-Markt hat AstraZeneca mit der Zulassung von Iressa mit 18% der Besprechungen in dieser Indikation zu den bisher führenden Firmen fast aufgeschlossen: Tarceva (21%) und Alimta (20%). In der Indikation Kolorektal-Ca hat das neue Präparat Vectibix (18%) von Amgen seine Führungsposition aus der letzten Welle aufgrund zurückgegangener Außendienstaktivitäten aufgegeben. Es ist damit hinter Avastin (27%) und Erbitux (24%) gerutscht, welche ihre Außendienstaktivitäten im Vergleich zur Vorwelle gesteigert haben.

Bei den Besprechungen zu Mamma-Ca konnten Faslodex von AstraZeneca und Femara von Novartis Plätze gutmachen und schließen hinter den führenden Präparaten Avastin und Taxotere auf, ohne das Aktivitätslevel für Avastin zu erreichen. Der Markt für Präparate für die Indikation Prostata-Ca wird klar von Sanofi-Aventis mit Taxotere dominiert (39%). Das Unternehmen baut seine Vormachtstellung mit dem neuesten Präparat Cabazitaxel, das für die Behandlung des hormonrefraktären Prostata-Ca zugelassen wurde, bereits mit einem Besprechungsanteil von 14%, in dieser Indikation weiter aus.

Während der Newsvalue der Gespräche bei den meisten Außendienstbesuchen mit 30–40% eher gering ist, befanden 72% der von der Firma Wyeth besuchten Ärzte, dass die Besprechungen viel Neues enthielten. Ebenso ist die Firma Wyeth führend in der Nützlichkeit der Gespräche (80%). Dass die Besprechungen hinsichtlich ihrer Nützlichkeit durchaus differenziert bewertet werden, zeigt die enorme Spannbreite der Werte mit Topwerten von 80% und Bottomwerten von ca. 35%.

Die Indikation und der Produkteinsatz stellen thematisch 22% aller Produktbesprechungen dar und sind damit der am häufigsten besprochene Themenblock. Auch dies kann auf die häufige Ausweitung der Zulassung eines onkologischen Präparates auf andere Indikationen zurückgeführt werden. Zum Vergleich: In der Pharmabranche insgesamt drehen sich die meisten Gespräche um die Themen Nebenwirkungen und Wirksamkeit. Letztere ist bei den onkologisch tätigen Ärzten ebenfalls von hohem Interesse. So drehen sich insgesamt knapp ein Fünftel der Besprechungen um das Thema der Wirksamkeit eines entsprechenden Medikamentes, gefolgt von der aktuellen Studienlage (12,1%).

Die Kosten bzw. das Preis-Leistungs-Verhältnis eines Produktes nehmen jedoch nur knapp 5% aller Produktbesprechungen ein. Davor werden Nebenwirkungen, Zulassung, Kombinierbarkeit, Vergleich mit anderen Produkten und Dosierung diskutiert. Insgesamt liegen bei den Gesprächen zwischen Arzt und Außendienst im Bereich Onkologie damit medizinische Aspekte weit vor den wirtschaftlichen.

OncoReAct, KantarHealth, Markus Götz, markus.goetz@kantarhealth.com
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