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19. Mai 2012   Sie sind nicht eingeloggt    
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Vergütungssysteme: Fehler, die man vermeiden kann

Sind variable Vergütungsmodelle wirklich erfolgreich? Die Meinungen dazu sind nicht gerade einheitlich.


In Verruf ist dieses Verfahren vor allem wegen den kritisierten, überhöhten Bonuszahlungen an Banker geraten. Eigentlich sollten dadurch die Leistungen im Management angekurbelt werden. Und richtig gemacht, haben variable Vergütungssysteme durchaus ihre Berechtigung, so sieht das zumindest die Becker von Buch Unternehmensberatung GmbH. Leistungsstarke Mitarbeiter könnten durch die Belohnung ihrer vermehrten Arbeit ans Unternehmen gebunden werden. Außerdem könne es zu mehr Eigenverantwortlichkeit „erziehen“.

Vernetzte Vergütungssysteme, in denen nicht nur der Außendienst, sondern auch der Innendienst mit einbezogen werde, sollen mittel- und langfristig für eine gesunde Teamkultur im Unternehmen sorgen. Außerdem habe ein gut gemachtes variables Vergütungssystem den großen Vorteil der steigenden Kostenflexibilität: In schlechten Zeiten ist man krisenresistenter und in guten profitieren Mitarbeiter vom positiven Trend.

Die Unternehmensberatung hat fünf Fehler bei der variablen Vergütung aufgelistet, die es zu vermeiden gelte:
1. Falsche Unternehmensziele
Eine aktuelle Studie von Hewitt ergab, dass 52% der Unternehmen den Erfolg eines Vertriebsmitarbeiters an dem Parameter Umsatz messen und 48% an der erzielten Marge; jedoch nur 23% den Vertriebserfolg aus dem Kriterium Kundenzufriedenheit ableiten. Anstatt mit klassischen Provisionsmodellen wäre die Arbeit mit Zielprämien sinnvoller. Ihr großer Vorteil sei die differenzierte Steuerung der Tätigkeitsschwerpunkte eines Mitarbeiters. Dabei sollte nicht nur ein einziges Ziel, sondern eine Kombination aus mehreren Zielen (DB-Ziele, Projektziele, Kundenzufriedenheit und Qualität etc.) die Basis bilden. Variable mit zielgesteuerten Entgelten zu verbinden, setze natürlich voraus, dass genau gemessen werden kann, wann das Ziel erreicht wurde.
2. Ziele sind zu hoch oder zu niedrig
Zielvorgaben kommen nach wie vor überwiegend aus dem Topmanagement oder der Geschäftsführung. Mitarbeiter können sich dabei oft nicht richtig mit den Zielen identifizieren. Besser wäre es, Zieldefinitionen würden aus einem Bottom-up-Ansatz entwickelt, anschließend mit der Geschäftsleitung verfeinert und möglicherweise entsprechend nachjustiert. Ansonsten seien Demotivation und Frustration an der Tagesordnung. Denn neben Führung und Steuerung müssten Vergütungssysteme auch motivieren.
3. Variable Vergütung nur im Außendienst
Oft sind variable Vergütungen nur im Außendienst zu finden, teamorientierte Faktoren zwischen Außen- und Innendienst bleiben außen vor. Das liege wahrscheinlich daran, dass dies „immer so gewesen ist“. Provisionen waren in der Vergangenheit eben eine typische Vergütung des Außendienstes. Es sei jedoch durchaus sinnvoll, den Innendienst mit in ein variables Vergütungssystem einzubeziehen. Allerdings sollten dabei nicht ausschließlich die gleichen Ziele wie im Außendienst vergütet werden. Vielmehr sind die Tätigkeiten im Vergütungssystem abzubilden, die im Innendienst besonders wichtig sind (zum Beispiel verkaufsaktives Verhalten, Cross-Selling, Termintreue.)
4. Variable Anteile im Verhältnis zum Gesamteinkommen sind zu gering
Um die Hebelwirkung der variablen Vergütung richtig zu nutzen, muss das Verhältnis zum Gesamteinkommen stimmen. Eine allgemein gültige Faustformel gebe es hier jedoch nicht. Es gilt: Mehrleistung muss sich lohnen. Vorsicht sei jedoch geboten, da der variable Anteil auch nicht zu hoch sein darf, weil es sonst arbeitsrechtliche Probleme geben könne.
5. Inflexibilität
Märkte verändern sich heute zunehmend schneller. Um sich neuen Marktverhältnissen zeitnah anpassen zu können, müssen die Rahmenbedingungen für das Vergütungssystem eine gewisse Flexibilität besitzen. Arbeitsverträge und Betriebsvereinbarungen sollten also so gestaltet werden, dass sie flexibel an geänderte Marktbedingungen angepasst werden können.

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