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Welche Gesundheit wollen wir?

Foto: André Wagenzik
Bürgerinnen und Bürger haben sich Gedanken beim Bürgerdialog "Hightech-Medizin - welche Gesundheit wollen wir?" gemacht. Ihre konkreten Empfehlungen haben sie in einem Bürgerreport zusammen gefasst, u.a. wollen sie, dass Patienten nach dem Arztbesuch ihre Diagnose verstehen und alle möglichen Behandlungsmaßnahmen kennen sollen.


Um das zu erreichen, sprechen sie folgende Empfehlungen aus:
  • Mehr Raum für menschliche Betreuung und persönlichen Kontakt schaffen
  • Arbeitsbedingungen in der Intensiv- und Palliativmedizin verbessern: Bewährtes erhalten, Neues gestalten.
  • Selbstbestimmung zur Datenspeicherung und differenzierte Zugriffsmöglichkeiten sichern (z. B. Elektronische Gesundheitskarte)
  • Intensiv- und Palliativpatienten ganzheitlich betrachten und behandeln: Sprechende Medizin und Pflege auch umsetzen.

Neben dem Thema Telemedizin diskutierten die Teilnehmenden zwei Tage den Einsatz Neuronaler Implantate und das Spannungsfeld zwischen Intensiv- und Palliativmedizin. "Ich habe vor allem zum Thema Intensiv- und Palliativmedizin diskutiert. Mir ist es wichtig, dass Ärzte, Patienten, ihre Angehörigen, die Forschung und Unternehmen sich eng austauschen", fordert die älteste Teilnehmerin Rosemarie Elster, 80 Jahre, aus Halle. Die jüngste Teilnehmerin, die 17-jährige Schülerin Lisa Martens aus Elpersbüttel freut sich über den generationenübergreifenden Austausch beim Bürgerdialog: "Die Diskussion war sehr ergiebig. Wir erwarten,  dass die Ergebnisse an all diejenigen übermittelt werden, die unsere vorgeschlagenen Empfehlungen umsetzen könnten. Dabei ist mir auch klar, dass das nicht bis morgen geschehen kann. Es wird noch manches dicke Brett zu bohren sein."

Prof. Dr. Andreas Barner, Vorsitzender des Beraterkreises, ist beeindruckt: "Der Bürgerdialog hat mich sehr beeindruckt - sowohl der Prozess selbst als auch die Bürgerinnen und Bürger. Sie haben sehr ernsthaft und hart gearbeitet. Der Bürgerreport enthält eine ganze Reihe von klugen Empfehlungen, die es lohnt, anzuschauen."

Zum Bürgerdialog Hightech-Medizin
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) veranstaltete in den vergangenen Monaten den Bürgerdialog "Hightech-Medizin". Die Ideen und Vorschläge aus sechs eintägigen Bürgerkonferenzen sowie dem parallel geführten Online-Dialog auf www.buergerdialog-bmbf.de waren die Diskussionsgrundlage für die etwa 100 Teilnehmenden am Bürgergipfel, die zuvor schon an einer der Bürgerkonferenzen teilgenommen hatten.
Der Bürgerdialog Hightech-Medizin wurde von 31 Kooperationspartnern aus den Bereichen Gesundheitswirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft unterstützt.

Der Bürgerdialog ist Teil eines umfassenden Beteiligungsprozesses, den das Ministerium für einen Zeitraum von vier Jahren zu verschiedenen Zukunftstechnologien initiiert hat. Der erste Bürgerdialog widmete sich Energietechnologien für die Zukunft. Der dritte Bürgerdialog des BMBF wird sich mit einem zentralen Zukunftsthema beschäftigen: Wie können wir den Konsum in einer Wohlstandsgesellschaft nachhaltig gestalten, damit Menschen in anderen Erdteilen und künftige Generationen gut leben können? Der Dialog soll damit einen wichtigen Beitrag zum Wissenschaftsjahr 2012 leisten, das unter dem Motto "Zukunftsprojekt Erde" steht.

Der gesamte Bürgerreport hier.


Foto: André Wagenzik
06.12.11
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