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Telemedizinische Patientenversorgung: Alltag statt Randerscheinung?

Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender des Ausschusses Telematik der Bundesärztekammer (BÄK), ist davon überzeugt, dass "telemedizinische Patientenversorgung im Versorgungsalltag angekommen ist." Das wird wohl auch noch gefördert werden: Im geplanten Gesetz zur Verbesserung der Versorgungsstruktur in der gesetzlichen Krankenkasse soll geprüft werden, in welchem Umfang ambulante telemedizinische Leistungen erbracht werden können und inwieweit der einheitliche Bewertungsmaßstab zur Vergütung der Vertragsärzte anzupassen ist.


Für Bartmann ist telemedizinische Patientenversorgung keine "Randerscheinung" mehr, sondern kaum noch aus der Versorgung wegzudenken. Auf dem 2. Nationalen Fachkongress Telemedizin der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (DGTelemed) betonte er, dass "mit der zunehmenden Verbreitung telemedizinischer Methoden qualitative Aspekte immer weiter in den Vordergrund rücken." Nun müssen Fragen geklärt werden, u.a. wie Fachgesellschaften die jeweilige Evidenzlage bewerten, welche Rolle Telemedizin bei der Umsetzung von Leitlinien in der Patientenversorgung spielen und ob telemedizinische Methoden bereits Einzug in Leitlinien gehalten haben. Voraussetzung für gute Telemedizin sei die Heranführung der Ärztinnen und Ärzte an telemedizinische Methoden, findet Bartmann. Dazu müsste das Thema in der Fortbildung verortet werden. Und da würde natürlich die BÄK die Qualifikationsinhalte anpassen und neue Fortbildungen entwickeln, versichert er.

Auf dem Kongress stellte u.a. das Berliner Pflegewerk ein Projekt in der Telemedizin vor: Das Werk ist Projektpartner des EU-Projekts RENEWING HEALTH. Ziel des Projekts ist die Implementierung eines auf Telemonitoring und Sektor übergreifende Leitlinien basierenden Versorgungsmanagements für die Behandlung von chronisch kranken Patienten mit Diabetes Mellitus und COPD. Die Studie soll zum einen die Implementierungschancen auf der Ebene eines Primärversorgers und zum anderen die Versorgungseffekte von Telemonitoring für chronisch Kranke untersuchen. Wichtiges Ziel für Deutschland ist dabei, wie der Transfer von telemedizinischen Anwendungen in die Regelfinanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung einfließen kann.

Die Studiengruppe umfasst in Deutschland einschließlich Kontrollgruppe 800 Teilnehmer, europaweit sind 7.900 Studienteilnehmer festgelegt. Das Projekt hat mit Vorbereitung eine Laufzeit von 3 Jahren und ein Gesamtfinanzierungsvolumen von 14.000.000 Euro. Die zehn Partnerländer sind neben Deutschland Dänemark, Schweden, Norwegen, Spanien, Finnland, Griechenland, Luxemburg, Belgien und Österreich.

08.11.11
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