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Bewegung auf Rezept

Da hat sich die Bundesärztekammer vielleicht ein Beispiel an Finnland genommen? Dort wird nämlich den Patienten anstatt Medikamente Sport verschrieben. Nun gibt es in Deutschland das "Rezept für Bewegung" und ist eine bundesweite Initiative von Bundesärztekammer (BÄK), Deutscher Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) und Deutschem Olympischen Sportbund (DOSB). In Bayern ist das Projekt nun gestartet. Erhofft wird sich, dass mit diesem speziellen Rezept auch Eigeninitiative und -verantwortung der Patienten gefördert werden.


In Bayern hat die Bayerische Landesärztekammer (BLÄK) gemeinsam mit dem Bayerischen Sportärzteverband e. V. (BSÄV) und dem Bayerischen Landes-Sportverband e. V. (BLSV) dieses Projekt gestartet. Mit dem "Rezept für Bewegung" sollen Patienten auf die gesundheitsfördernden Bewegungsangebote des BLSV mit dem Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT aufmerksam gemacht werden. Der Arzt vermerkt auf dem Rezept die Empfehlung für eine bestimmte Sportart, z. B. Rückentraining. Anschließend informieren sich die Patienten im Internet unter www.sportprogesundheit.de über die speziellen, wohnortnahen Kurse. Nach dem Absolvieren des Kurses reichen die Patienten das Rezept mit einer Bestätigung über die regelmäßige Teilnahme bei ihrer gesetzlichen Krankenkasse ein, die den Kurs auf Anfrage durch den Patienten finanziell fördern kann.  

In Finnland läuft die Initiative HEPA (Health-enhancing Physical Activity) seit 2008. Die Finnen haben damit eine EU-Richtlinie als erster Staat umgesetzt, die "physical activity guidelines". Laut Studien würden 4 - 5 Mio. Euro im finnischen Gesundheitswesen eingespart werden können. Die Umsetzung des HEPA-Programms kostete  1 Mio. Euro. "Wir müssen körperliche Betätigung viel effektiver der Bevölkerung nahe bringen. Unsere Wettbewerber sind die Couch, der Fernseher und das Auto. Dafür müssen wir die Art unserer Kommunikation ändern. Man kann einen Preis für ein Medikament festlegen und ja, ein Patient wird es dadurch besser gehen. Aber was würde es kosten, die Notwendigkeit eines Arzneimittels von vornherein zu verhindern? Es ist schwer, anzufangen auf diese Weise zu denken, weil wir daran nicht gewöhnt sind," betont Harri Helajärvi, Sportmediziner vom Paavo Nurmi Centre in Turku, Finland.

Mehr unter:
www.sportprogesundheit.de

09.11.11
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