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EU-Kommission will für die gesamte EU Impfstoffe vorsorgen

Foto: Merck KGaA
Für die nächste mögliche Grippeepidemie will die EU vorsorgen: Die EU-Kommission plant, mit Pharmaunternehmen im Auftrag der europäischen Regierungen über Impfstoffe zu verhandeln. EU-Gesundheitskommissar John Dalli rechnet dadurch mit "viel besseren Preisen".


Die EU-Länder mussten auf Geheiß der EU-Kommission nach der Schweinegrippe im Jahr 2010 Vorschläge ausarbeiten, wie gemeinsam Impfstoffe im Falle eines Falles beschafft werden können. Die Kommission kritisierte die Pharmaindustrie, dass sie 2010 die EU-Staaten bei den Verhandlungen gegeneinander ausgespielt habe. So hätten die geheimen Verträge anscheinend unterschiedliche Bedingungen enthalten, z. B. bei Haftungsfragen.

Aber es geht nicht nur um bessere Konditionen, sondern auch insgesamt um eine bessere Koordination in einem Krisenfall. Die EU-Staaten müssen sich aber den einheitlichen Verhandlungen anschließen. Sonst bleibt es dabei, dass sie selbst mit den Herstellen Preise aushandeln. Jetzt hat die EU-Kommission einen Legislativvorschlag zum Umgang mit schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gesundheitsbedrohungen verabschiedet.

Die wichtigsten Elemente des Vorschlags:
    •    Ausweitung des derzeitigen Koordinationsmechanismus für übertragbare Krankheiten auf alle Gesundheitsbedrohungen durch biologische, chemische und umweltbedingte Ursachen;
    •    Stärkung des Mandats des Gesundheitssicherheitsausschusses;
    •    Verbesserung der Krisenbereitschaft etwa durch die Möglichkeit einer gemeinsamen Beschaffung von Impfstoffen;
    •    Schaffung der Möglichkeit zur Feststellung einer europäischen "Gesundheitskrisenlage", um Arzneimittel rascher verfügbar zu machen;
    •    Einigung auf europaweite grenzüberschreitende Notfallmaßnahmen, wenn eine Krise zahlreiche Todesfälle verursacht und nationale Maßnahmen die Ausbreitung nicht eindämmen können.

Dalli sieht darin schnellere Handlungsmöglichkeiten: "In unserer globalisierten Gesellschaft bewegen sich Menschen und Güter über Grenzen hinweg, und Krankheiten können innerhalb von Stunden durch ganz Europa und rund um den Globus wandern. Daher müssen die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten darauf vorbereitet sein, in koordinierter Weise gemeinsam vorzugehen, um die Ausbreitung einer Krankheit einzudämmen. Der heute verabschiedete Vorschlag gibt uns die Mittel und die Strukturen, die Menschen in ganz Europa wirksam vor einer breiten Palette von Gesundheitsbedrohungen zu schützen."

Das Europaparlament und die EU-Länder müssen dem Vorschlag noch zustimmen.

Mehr unter:
http://ec.europa.eu/health/preparedness_response/policy/index_en.htm


europa.eu; pz online; Foto: Merck KGaA
13.12.11
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