Immer mehr Deutsche suchen im Web nach Informationen zu
Gesundheitsthemen. Fast 28 Mio. Bundesbürger, das sind 60% aller
deutschen Internetnutzer, erkundigen sich im Web nach Krankheiten,
Verletzungen oder einer gesunden Ernährung, schätzt der BITKOM
(Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue
Medien e. V.). Vor fünf Jahren waren es erst 50%.
Im europäischen Vergleich liegen die Deutschen in der Spitzengruppe. Im
Schnitt sucht heute ungefähr jeder zweite Internetnutzer in der EU im
Web nach Gesundheitsinformationen. Am häufigsten nutzen die Finnen das
Internet als Gesundheitsratgeber; zwei Drittel aller finnischen User
informieren sich so über Krankheiten oder suchen Ernährungstipps. Es
folgen Slowenen, Luxemburger und Ungarn. Das geringste Interesse am
Thema Gesundheit zeigen die Internetnutzer aus Großbritannien,
Bulgarien und Tschechien.
Fast jeder sechste Internet-Nutzer über 14 Jahre (18%) hat bereits
Medikamente online gekauft. Insgesamt 9 Mio. Deutsche bestellten
bereits frei verkäufliche oder apotheken- und verschreibungspflichtige
Arzneimittel im Web, hat eine Umfrage des Verbandes von Anfang des
Jahres ergeben. Ein Jahr zuvor waren es erst 7 Mio.
In einer ebenfalls Anfang des Jahres publizierten Studie hatte das
Marktforschungsunternehmen research2guidance weltweit 231 Unternehmen
aus dem Gesundheitsbereich nach ihrer Einschätzung zu den Chancen für
mobile Gesundheitsanwendungen befragt. 67% der Firmen sind der Ansicht,
dass im Jahr 2015 die Mehrheit der Ärzte, Krankenschwestern und des
medizinischen Personals in Industrieländern Gesundheits-Apps verwenden
wird. Apps könnten viele Arztbesuche ersparen, weil Blutzucker- oder
Blutdruckwerte zu Hause gemessen und per Handy an den Arzt geschickt
werden könnten. Die Medikamenteneinnahme könnte überwacht,
Laborergebnisse abgerufen oder eine Fernsprechstunde abgehalten werden.
Die mobilen Gesundheitslösungen könnten helfen, den dramatischen
Kostenanstieg im Gesundheitswesen abzufedern.
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PM-Report 9/11
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