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Kassen machen ein dickes Plus

Foto: DAK
Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) freut sich über die deutlich bessere Finanzentwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Waren die ersten drei Quartale in 2010 schon gut, so verbuchten die Kassen im ersten bis dritten Quartal 2011 einen Überschuss von rund 3,9 Mrd. Euro. Das Ministerium klopft sich auf die Schulter, denn das Arzneimittel-Sparpaket würde die Kassen erheblich entlasten. In Jubelschreie bricht das BMG dennoch nicht aus: Es ist zu erwarten, dass das letzte Quartal höher ausfällt, die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds aber gleich bleiben und deswegen der Überschuss in den letzten Monaten des Jahres noch abschmelzen kann.


Bereits im ersten bis dritten Quartal  2010 haben die Krankenkassen ein  Plus von 277 Mio. Euro erzielt. Im gleichen Zeitraum 2011 sind es sogar rund 3,9 Mrd. Euro Überschuss. In den Monaten Januar bis September diesen Jahres standen bei sämtlichen Krankenkassen Einnahmen in Höhe von ca. 137,7  Mrd. Euro Ausgaben in Höhe von ca. 133,7 Mrd. Euro gegenüber. Doch das BMG bremst die zu große Euphorie aus: Die Ausgaben der Krankenkassen sind im vierten Quartal regelmäßig um rd. 1 bis 1,5 Mrd. Euro höher als die der Vorquartale, während die Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds in monatlich gleichen Teilbeträgen erfolgen. Vor diesem Hintergrund sei davon auszugehen, dass der Überschuss in den letzten Monaten des Jahres noch deutlich abschmilze.

Gründe für die positive Entwicklung kann das BMG leicht nennen. Beispielsweise das Arzneimittel-Sparpaket: Nach Jahren des ungebremsten Ausgabenanstiegs könnten in diesem Jahr erstmals Ausgabensenkungen verzeichnet werden, freut sich das Ministerium. Der Rückgang der Arzneimittelausgaben betrug minus 5,7%. Das liege an dem im August 2010 erhöhten Pharmarabatt für Nicht-Festbetragsarzneimittel. Ergebnis seither: Jeden Monat wurden die Kassen um mehr als 100 Mio. Euro  entlastet.

Im Festbetragsbereich konnten die Kassen durch die Rabatt-Vereinbarungen mit pharmazeutischen Unternehmen einsparen. Hier wurden von den Kassen bereits im 1. bis 3. Quartal  2011 Rabatte von 1,1 Mrd. Euro und damit ca. 61% mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum (0,7 Mrd. Euro) ausgewiesen. Befürchtungen der Krankenkassen, durch die veränderten wettbewerbsrechtlichen Rahmenbedingungen würden die Einsparpotenziale in diesem Bereich eingeschränkt, haben sich somit als haltlos erwiesen, erteilt das Ministerium den Kassen einen kleinen Seitenhieb.

Doch im weiteren Jahresverlauf wird sich der Ausgabenrückgang im Arzneimittelbereich deutlich abflachen, ist das BMG überzeugt. Denn ab August 2011 werden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum keine zusätzlichen Einsparungen aus der Anhebung des gesetzlichen Pharmarabatts für Nicht-Festbetrags-Arzneimittel mehr entstehen. Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum rechnet das BMG dann wieder mit einem leichten Ausgabenanstieg.

Für das neue Jahr ist das BMG optimistisch: Trotz erheblicher konjunktureller Risiken in der Euro-Zone wird die gesetzliche Krankenversicherung auch in 2012 auf einer soliden Finanzgrundlage stehen. Die Zuweisungen, die die Krankenkassen im Jahr 2012 aus dem Gesundheitsfonds erhalten, reichen aus, um die voraussichtlichen Ausgaben im Durchschnitt zu decken. Das ist das Ergebnis des gemeinsamen Schätzerkreises von Bundesversicherungsamt, Bundesgesundheitsministerium und GKV- Spitzen- verband vom 12. Oktober 2011. Auf dieser Basis konnte das BMG im Einvernehmen mit dem Bundesfinanzministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag wie 2011 auch für das Jahr 2012 Anfang November auf Null Euro festlegen.

Mehr Ergebnisse unter bmg.bund.de

Foto: DAK
07.12.11
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