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eGK wird weiter ausgerollt

Foto: gematik
Da scheint es ja endlich mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) zu klappen: Laut der gematik ist der  Basis-Rollout der Gesundheitskarte "aus technischer Sicht erfolgreich abgeschlossen." Allerdings mit erheblicher Zeitverzögerung. Nun soll das Online-Rollout beginnen, dazu zählt u.a. die Anwendung des Versichertenstammdaten- managements (VSDM).


So verfügt nun der größte Teil der Arzt- und Zahnarztpraxen und Krankenhäuser über Kartenterminals zum Einlesen der neuen Karte, freut sich die gematik. Die erteilten Zulassungen für Krankenkassen zur Herausgabe von Gesundheitskarten decken über 95% der gesetzlich Versicherten ab, die schrittweise Ausgabe der neuen Karten an alle rund 70 Mio. gesetzlich Versicherten läuft seit Herbst dieses Jahres.

Damit kann der Online-Rollout stufenweise starten: Neben dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) gehört dazu die qualifizierte elektronische Signatur (QES). Sie ist in der elektronischen Kommunikation und Datenhaltung als Äquivalent zu einer handschriftlichen Unterschrift des (Zahn-)Arztes unerlässlich und bildet die sichere Basis für nahezu jegliche medizinische Anwendung, z. B. für Arztbriefe oder den Notfalldatensatz. Auch die Abrechnung kann damit weitergehend elektronisch umgesetzt werden, beschreit die gematik die neuen Möglichkeiten.

So wird mit der Anwendung Versichertenstammdatenmanagement die gesetzliche Vorgabe des § 291 Abs. 2b SGB V  technisch umgesetzt. Nach der sind an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte, Zahnärzte und  Einrichtungen verpflichtet, die vorgelegte eGK bei der erstmaligen Inanspruchnahme von Leistungen im Quartal auf Gültigkeit und Aktualität der Versichertendaten zu prüfen. Liegen geänderte Daten bei einem Kostenträger vor, z. B. eine neue Anschrift des Versicherten, werden diese Informationen künftig im Hintergrund automatisch auf der Karte aktualisiert.

Endlich eine Erfolgsmeldung für die gematik, denn lange hat es gedauert bis die eGK so weit gekommen ist. Und auch jetzt ist die viel gepriesene Online-Austeilung ein Kompromiss, denn die Funktionen elektronische Rezepte und Patientenakte sind erst einmal wieder auf Eis gelegt. Die gematik hofft dadurch den üebrwiegend misstrauischen Ärzten beweisen zu können, dass die Online-Kommunikation sicher ist. Und sie dann bereit sind, die anderen Möglichkeiten zu nutzen. Eine flächendeckende Verteilung mit voller Funktionstüchtigkeit soll dann in 2015 erfolgen.

Dr. Carl-Heinz Müller, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung und Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), ist vorsichtig optimistisch: "Das stufenweise Vorgehen schafft Planungssicherheit für alle Beteiligten und zeigt gleichzeitig, dass die medizinischen Anwendungen nicht hintenanstehen. Durch die Flexibilität der Lösung können aber auch unabhängig voneinander weitere medizinische Anwendungen eingeführt werden, sobald diese die notwendige Reife erreicht haben."

Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes und im kommenden Jahr wieder Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der gematik, ist überzeugt: "Der Einstieg in die Online- Anwendungen ist der  konsequente nächste Schritt zu einer sektorenübergreifenden Vernetzung, die Versicherten, Kostenträgern und Leistungserbringern das Potenzial und den Nutzen der Gesundheitstelematik erst erschließt."

Foto: gematik
08.12.11
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