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7. AOK-Rabattrunde unter Dach und Fach
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So wie es aussieht, ist die siebte Runde der AOK-Rabattverträge auf
einem guten Weg. Jedenfalls aus Sicht der Kasse: Für 90 von 93
ausgeschriebenen Wirkstoffen konnten Vertragspartner gefunden werden.
Außerdem zeigt sich Dr. Christopher Hermann, Vorstandschef der AOK
Baden-Württemberg und bundesweiter Verhandlungsführer für die
AOK-Rabattverträge, erleichtert über den "glimpflichen" Ausgang, so
"... liegen lediglich zwei Vergabenachprüfungsverfahren zu punktuellen
Aspekten vor - kein Vergleich mit den juristischen Anfeindungen vor
einem Jahr, die durch pharmafreundliche Regelungen im Gesetz zur
Neuordnung des Arzneimittelmarktes provoziert wurden." Pro Generika ist
keineswegs erfreut, sondern sieht mehr Marktkonzentration und weniger
Wettbewerb.
An der Ausschreibung der siebten AOK-Runde haben sich praktisch der
gesamte Generikamarkt sowie viele forschende Arzneimittelhersteller
beteiligt, verkündet die Kasse. Die neuen Rabattverträge ersetzen zum
Großteil die Ende März 2012 auslaufenden Verträge der 4. Tranche. "Wir
nehmen aber zusätzlich wirtschaftlich besonders interessante Wirkstoffe
unter Vertrag, die in der Zwischenzeit patentfrei geworden sind",
betont Hermann. Die aktuelle Ausschreibung betreffen Arzneimittel mit
einem jährlichen AOK-Umsatzvolumen von rund zwei Mrd. Euro. Zu den
umsatzstärksten Medikamenten zählen Pantoprazol und der Wirkstoff
Alendronsäure gegen Osteoporose. Die neuen Verträge gelten von April
2012 bis März 2014.
Hermann rühmt sich: Wo immer möglich, sei die AOK auch mit dem jüngsten
Ausschreibungsverfahren dem Mittelstand entgegengekommen. "Das haben
die Unternehmen offensichtlich verstanden," ist er überzeugt. Zuletzt
hatte die AOK die Zahl der Ausschreibungsregionen auf jetzt acht
Gebietslose erweitert, um insbesondere die Chancen kleinerer
Unternehmen nochmals zu verbessern, lobt er.
Pro Generika sieht das naturgemäß anders. Die AOK hatte ursprünglich
105 Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen in acht Gebietslosen
ausgeschrieben. Allerdings hatte die AOK nach und nach einige
Wirkstoffe aus der Ausschreibung zurückgezogen, so dass am Ende
Zuschläge für 90 Wirkstoffe erteilt wurden. Hierauf hatten sich nach
AOK-Angaben mehr als 80 Pharmaunternehmen und Bietergemeinschaften
beworben. Die Kritik vom Verband: Die erteilten Zuschläge spiegeln
diese Vielfalt nicht wider. Auf die vier größten Unternehmensgruppen
entfallen 435 von insgesamt 713 Zuschlägen; das sind mehr als 60% der
Zuschläge, rechnet Pro Generika nach. Zum Vergleich: Für den
Generikamarkt ohne Rabattverträge hatte das IGES einen Umsatzanteil der
zehn umsatzstärksten Unternehmen von lediglich 35% errechnet.
Pro Generika beruft sich auch weiterhin auf eine IGES-Analyse: "...
Denn die Analyse des IGES zeigt: Wettbewerb entsteht nicht durch die
Rabattverträge, sondern dadurch, dass sich Generikaunternehmen nach
Patentablauf an dem intensiven Preiswettbewerb beteiligen. Je mehr
Unternehmen am Markt agieren, umso intensiver ist der Preiswettbewerb.
Dieser nachhaltige Wettbewerb ist die wichtigste Grundlage für
nachhaltige Einsparungen im patentfreien Arzneimittelmarkt."
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Bild: AOK
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23.11.11
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