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Die elektronische Gesundheitskarte kommt
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Nun ist es also tatsächlich so weit: Ab Oktober 2011 werden die
Krankenkassen elektronische Gesundheitskarten (eGK) an ihre
Versicherten ausgeben. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) erwartet,
dass dadurch die Kommunikation zwischen den Leistungserbringern, z. B.
durch den elektronischen Arztbrief, verbessert wird. Streit und Kritik
brach über den Punkt der Datensicherheit aus. Das Ministerium versucht
das gleich im Keim zu ersticken, denn "der Schutz der sensiblen
Gesundheitsdaten ist gesetzlich verankert und wird durch technische
Maßnahmen sichergestellt (z. B. Verschlüsselung von Daten)."
Gerade wird alles für die Feuertaufe vorbereitet: In Krankenhäusern und
in Arzt- und Zahnarztpraxen werden neue Kartenterminals installiert,
die sowohl die neuen elektronischen Gesundheitskarten als auch die
bisherigen Krankenversichertenkarten verarbeiten können. Ärzte,
Zahnärzte und Krankenhäuser erhalten eine Pauschale zur Refinanzierung
der neuen Kartenterminals. Gefördert werden stationäre Kartenterminals
(eHealth-BCS-Terminals) und mobile Kartenterminals. Voraussetzung ist
allerdings, dass die Kartenterminals noch bis zum 30. September 2011
bestellt werden. Eine Einzelpraxis kann bis zu 850 Euro für den Kauf
und die Installation erhalten. Dies gilt für alle Praxen außerhalb der
Region Nordrhein, da die Ausstattungsphase dort bereits 2008
abgeschlossen wurde.
Drei Jahre später soll die eGK nun also endlich kommen. Die neue
elektronische Gesundheitskarte enthält neben einem Lichtbild die
gleichen Verwaltungsdaten wie die Krankenversichertenkarte. Technisch
ist die elektronische Gesundheitskarte bereits darauf vorbereitet, in
weiteren Ausbaustufen auf Wunsch des Versicherten auch Notfalldaten
sowie Hinweise auf Patientenverfügungen und Organspenderklärungen
aufzunehmen. Dem BMG ist es wichtig hervorzuheben, dass die "neue"
Gesundheitskarte und die neue Infrastruktur "den sicheren Austausch von
für die Behandlung notwendigen medizinischen Informationen ermöglichen.
Dies verbessert die Qualität und Effizienz der Patientenversorgung."
Vehemente Kritik kam von den Ärzten. Nun haben sich einige Verbände zur
Aktion "Stoppt die e-Card" zusammen geschlossen: "Freie Ärzteschaft",
IPPNW, "Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung", Chaos Computer Club, NAV
Virchowbund, Deutsche AIDS- Hilfe, Bundesarbeitsgemeinschaft
PatientInnenstellen (BAGP) und über vierzig weiteren Organisationen.
Und die kritisieren ganz ihrem Motto entsprechend: "Die Bundesregierung
wäre gut beraten, diesen digitalen Transrapid auf das Abstellgleis zu
schieben". Martin Grauduszus, Präsident der "Freien Ärzteschaft",
warnt: "Gravierende Sicherheitsmängel in dem ganzen Projekt sind noch
nicht geklärt."
Mehr unter:
http://www.bundesgesundheitsministerium.de/egk
http://www.stoppt-die-e-card.de/
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Grafik: BMG
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27.09.11
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