Die deutsche Diagnostika-Industrie startet optimistisch ins neue Jahr:
78,3% der Unternehmen rechnen mit steigenden Umsätzen in 2012, das sind
sechs Prozent mehr im Vergleich zu 2011. VDGH-Vorstandsvorsitzender
Matthias Borst erklärt sich das so: "Zum einen sorgt die insgesamt
zufriedenstellende Entwicklung im Jahr 2011 bei den Unternehmen
für Auftrieb, zum anderen gibt es offenbar einen Vertrauensbonus für
den Standort Deutschland."
Laut dem Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) ist in 2011 der
Diagnostika-Markt um rund 2,1% auf 2,188 Mrd. Euro gestiegen. Basis für
diese Berechnung sind die Umsatzzahlen der ersten drei Quartale 2011.
Und die jährliche Umfrage, die der Verband Ende 2011 unter seinen
Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Labordiagnostik und Schnelltests
durchführte, zeigt weiterhin gute Erwartungen. Beispielsweise bei den
Investitionen sehen 40% der befragten Unternehmen neue Spielräume, 45%
wollen genauso viel investieren wie im Vorjahr.
Für Borst liegt das u.a. in den für 2012 auf den Weg gebrachten
gesetzlichen Rahmenbedingungen, die in der Branche Grund zu
vorsichtiger Hoffnung geben: "Die Grundidee einer ´Innovation auf
Probe´, die vom VDGH vor zwei Jahren in die gesundheitspolitische
Diskussion eingebracht wurde, ist im neuen Versorgungsstrukturgesetz
aufgegriffen worden," freut er sich.
Doch die Freude ist bei Borst auch getrübt: "Während Deutschlands
Diagnostica-Sparte EU-weit ein Fünftel des Umsatzes realisiert,
spielt sie – gemessen an ihrer Wachstumsdynamik – bislang nur im
hinteren Mittelfeld mit." Die befragten VDGH-Mitgliedsunternehmen geben
dazu an, dass sie zum einen mit den enormen Konsolidierungs- und
Konzentrationsprozessen auf Seiten der Laborketten zu kämpfen haben.
Auch der Trend der Krankenhäuser, ihre Labore auszugliedern und
Laboraufträge an Dritte zu vergeben, wurde genannt. Als wichtiges
Hemmnis benennt die Branche langwierige Aufnahmeverfahren zur
Erstattung von Laborinnovationen in der Gesetzlichen
Krankenversicherung. Und "mit diesen Marktanforderungen muss unsere
Industrie zurechtkommen," schwört sich Borst auf diese
Herausforderungen ein.
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13.01.12
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