Schlecker hat am Montag, 23. Januar, einen Insolvenzantrag beim
Amtsgericht Ulm eingereicht. "Angestrebt wird von Familie wie
Management ein Insolvenzplan-Verfahren, mit dem Ziel das Unternehmen
als Ganzes zu erhalten und somit einen großen Teil des Filialnetzes und
damit auch der Arbeitsplätze," heißt es aus dem Unternehmen. Und auch
die Kooperation mit der niederländischen Versandhandelsapotheke
Vitalsana soll wie bisher weiterlaufen. Medien berichten, dass Unilever
seit eben diesem Montag keine Waren mehr an die Drogeriekette liefert -
bis durch den Insolvenzverwalter die Bezahlung garantiert werden kann.
Für Schlecker agiert vorläufig der Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz und
dieser ist "... zuversichtlich, dass die uneingeschränkte
Betriebsfortführung kurzfristig sichergestellt werden kann." Seit
Dienstag, 24. Januar, spricht man mit den Lieferanten. Schlecker lässt
offziell verlautbaren: "Ziel sei es, mit Familie, Management und
Lieferanten eine Einigung herbeizuführen und zusammen eine
zukunftsfähige Lösung zu erarbeiten. Auch die kooperative Einbeziehung
der Arbeitnehmervertreter sowie der Gewerkschaft soll fortgesetzt
werden..." Betroffen von der Insolvenz sind die Anton Schlecker e.K.,
Schlecker XL GmbH sowie die Schlecker Home Shopping GmbH. Nicht
Bestandteil des Verfahrens sind alle anderen Unternehmensteile,
insbesondere die Auslandsgesellschaften und auch Vitalsana, die
komplett uneingeschränkt außerhalb des Insolvenzverfahrens
weitergeführt werden.
Bis der Fortbestand vollständig geklärt ist, soll der Geschäftsbetrieb
unverändert weiterlaufen und auch die Zahlung der Mitarbeitergehälter
ist im Rahmen des Insolvenzausfall-Geldes gesichert.
Unilver möchte aber erst einmal abwarten und liefert seine Waren
momentan nicht mehr an Schlecker aus. Thomas Roeb, Handelsexperte von
der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, analysiert allerdings auf Spiegel
online: "Auch die Hersteller haben ein Interesse daran, dass Schlecker
überlebt - sonst stünden sie auf dem deutschen Markt nur noch zwei
starken Drogerieketten gegenüber." So könnten Rossmann und dm die
Preise und Konditionen noch stärker vorgeben, meint Roeb. Und sollte
Schlecker vom Markt verschwinden, würden den Herstellern "ein wichtiger
Absatzkanal" fehlen.
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schlecker.com; spiegel.de
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25.01.12
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