Die BUKO Pharma-Kampagne, Ärzte ohne Grenzen, der Evangelische
Entwicklungsdienst (EED) und die Universities Allied for Essential
Medicines Germany fordern, dass Pharmahersteller die Forschung bei
vernachlässigten Krankheiten ankurbeln sollten. Um das zu ermöglichen,
sollte die Regierung die Forschungsförderung weiter aufstocken und auch
neue Möglichkeiten anbieten, z. B. Geldprämien als Anreiz für Forschung
und Entwicklung.
Die vier Organisationen haben einen konkreten Anlass: Laut der neuen
Broschüre "Gesundheitsforschung für vernachlässigte Krankheiten:
Plädoyer für eine nachhaltige öffentliche Förderung" sterben pro Jahr
14 Mio. Menschen weltweit an Infektionskrankheiten. Der Großteil in den
ärmeren Ländern. Und diesen Zustand gelte es zu verbessern, fordern die
Organisationen. Abhilfe würde ein verbesserter Zugang zu
unentbehrlichen Medikamenten, Impfstoffen, Diagnostika und
Präventionsmaßnahmen schaffen. Doch dafür müssten die Pharmaunternehmen
mehr bei vernachlässigten Krankheiten forschen und in dem Bereich neue
Medikamente entwickeln, fordern sie.
"Da die vernachlässigten Krankheiten hauptsächlich in Entwicklungs- und
Schwellenländern auftreten, gibt es für Arzneimittel zu ihrer
Behandlung keinen kommerziell interessanten Markt", kritisiert Sonja
Weinreich vom EED. Und sie sieht das Problem darin, dass die Hersteller
neue Medikamente entwickeln, um Patent-basierte Monopole für die
Medikamente zu erhalten und die Preise selbst festsetzen zu können.
Öffentliche Forschungsförderung ist da nicht ausreichend. Neben mehr
Motivation durch die Regierung, könnte auch eine neue Steuer mehr Geld
für unabhängige öffentliche Forschung einbringen, beispielsweise eine
Abgabe auf Pharmawerbung, ist die Idee der Organisationen.
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daz online; Foto: Merck KGaA
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30.11.11
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