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Mediaanalysen
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API-Studie ab 2012 nur noch alle zwei Jahre

Interview mit Manuel Ickrath, Vorstandssprecher der Arbeitsgemeinschaft LA-MED und Geschäftsführer der Verlag Kirchheim + Co GmbH


PM-Report: Herr Ickrath, die LA-MED ist 40 Jahre alt geworden. Anlass zum Feiern?
Ickrath: Ja selbstverständlich! Alle anderen Fachverlagsbereiche beneiden uns um eine Tradition von 40 Jahren. Außerdem hatten wir eine harmonische Mitgliederversammlung, unser Verein steht finanziell seit Jahren stabil da, und nicht zuletzt arbeiten zur Zeit soviele Mitarbeiter aus Verlagen, Agenturen und Pharmafirmen in den Gremien der LAMED wie nie zuvor!

PM-Report: Die LA-MED hat sich zum Ziel gesetzt, qualitative und quantitative Daten zur Verfügung zu stellen, um eine effiziente Mediaplanung zu ermöglichen. Wird die LA-MED diesem Anspruch noch gerecht?
Ickrath: Natürlich wird sie diesem Anspruch noch gerecht. Nach wie vor wird der ganz überwiegende Hauptteil des Mediabudgets in den Printobjekten platziert, dafür braucht man die LA-MED als die entscheidende Marktforschung im medizinischen Fachzeitschriftenumfeld. Daran hat sich doch nichts geändert.

PM-Report: Der Medienkonsum verändert sich auch in den medizinischen Fachkreisen. Wird es da nicht immer schwieriger, diese Daten umfassend zu ermitteln?
Ickrath: Zunächst einmal behaupten Sie das. Die Ärzte, die wir befragen, haben aber ein konservativeres Medienkonsumverhalten, als viele denken. Die Veränderungen des Medienkonsumverhaltens bei Ärzten, die tatsächlich zur Zeit stattfinden oder noch kommen, fließen kontinuierlich in unsere Studieninhalte ein. Dies wird auch in Zukunft so bleiben.

PM-Report: In Zeiten des Internet ergeben sich neue Wertigkeiten. Muss die LA-MED in Zukunft vermehrt nicht nur Reichweiten sondern auch die Intensität der Nutzung erforschen?
Ickrath: Mit Nutzungsstudien hat sich die LA-MED schon seit vielen Jahren beschäftigt, das ist nichts neues. Selbstverständlich arbeiten die Studiengruppe und der Vorstand an zeitgemäßen Lösungen, die von den Medien an die LA-MED herangetragen werden. Aus diesem Grund haben wir einvernehmlich beschlossen, den seit 40 Jahren gewohnten jährlichen Rhythmus der API-Studie ab 2012 nicht auszusetzen sondern zugunsten einer zweijährlichen Erscheinungsweise aufzugeben. Die eingesparten Gelder in beträchtlicher Höhe werden wir in die Entwicklung neuer Studien, wie Sie es in Ihrer Frage andeuten, investieren. Unsere Studiengruppe wird dazu in den nächsten Monaten Vorschläge unterbreiten.

PM-Report: Nehmen wir das Beispiel CME. Viele Fachverlage nutzen dazu neben ihren Fachzeitschriften Internetportale. Da interessiert es den Mediaplaner doch, wie diese beiden Medien interagieren? Und wie sie wirklich genutzt werden?
Ickrath: Wenn die Mediaplaner an die Medien tatsächlich solche Fragen stellen, ist es zunächst einmal der Verlag selbst, der darauf eine Antwort geben muss. Die Interaktion zwischen Print und Online ist eine ganz aktuelle Herausforderung für die Verlage, die dies aber erst in diesen Tagen an die LA-MED herangetragen haben. Insofern verweise ich auf meine Antwort auf Ihre letzte Frage.

PM-Report: Es gab den Ansatz, crossmediale Zusammenhänge zu erforschen. Die LA-MED hat das eingestellt. Warum?
Ickrath: In der API-Studie 2009 haben wir das Experiment zur Ermittlung von Reichweitendaten für medizinische Internet-Angebote veröffentlicht. In der API-Studie 2010 wird diese Reichweitenermittlung aber nicht fortgeführt. Dies liegt zum einen an den Betreibern der erhobenen Internetangebote, die sich dagegen ausgesprochen haben. Dies war nicht „die LA-MED“! Sie waren dagegen, weil die Resonanz aus dem Markt auf die Daten gering ausfiel; die meisten Werbekunden arbeiten eher mit IVW-Daten. Außerdem war die lange Feldzeit von 9 Monaten nicht adäquat für die Erhebung von Internetmedien. Wie oben schon ausgeführt, suchen die Gremien der LAMED deshalb nach neuen Wegen für eine crossmediale Erhebung.

PM-Report: Aber stellt sich den Pharmaunternehmen nicht die Aufgabe, Print und Online werblich zu verknüpfen, um die Kontaktchancen insgesamt zu erhöhen? Dazu braucht es Informationen.
Ickrath: Und die werden wir liefern. Vergessen Sie aber nicht, dass es bisher auch über unsere Branche hinaus fast keine überzeugenden Studienansätze gibt. Hier betreten wir also auch mit den Studien absolutes Neuland. Und verkennen Sie bitte auch nicht bei allem Interesse an dem Zauberwort „Crossmedia“, dass wir Medizinverleger immer noch den Löwenanteil unseres Geschäftes aus dem Printbereich beziehen, und da gibt es keine Alternative zu den bisher vorgelegten Informationen der LA-MED.

PM-Report: Bisher ermittelt die LA-MED vor allem die Kontaktchance eines Werbeträgers. Muss sie nicht noch viel mehr die Kontaktchancen des Werbemittels Anzeige nachweisen?
Ickrath: Da hat die LA-MED gerade in den letzten Monaten, wie Sie sicherlich wissen, interessante Daten vorgelegt. Die Marktforschungsanalyse der LA-MED „Was bei Ärzten wirkt – zur Anzeigenwirkung im Pharmamarkt“ hat bekanntlich nachweisen können, dass Anzeigen einen direkten Einfluss auf den Umsatz der Pharmafirmen haben und darüber hinaus im Vergleich zum Außendienst deutlich effizienter sind. Insofern hat die LA-MED das Ihre dazu beigetragen. Was sie nicht verhindern kann, sind manche Verhaltensweisen im Markt bei Kunden, aber auch Verlagen, die mutwillig den Wert der Anzeige in Frage stellen. Dies ist aber ein abendfüllendes Thema, welches den Rahmen dieses Interviews sprengt.

PM-Report: Wo sehen Sie die zukünftigen Herausforderungen für die LA-MED?
Ickrath: Die größte Herausforderung für die LA-MED wird sein, auch nach diesem tollen Jubiläum, in den nächsten Jahren immer so viele engagierte Mitstreiter in den Gremien der LA-MED wie in den letzten Jahren zu haben. Wir hoffen auch weiterhin in ausreichender Zahl Verlage und Verlagstitel zu haben, die die teuren Studien unserer Arbeitsgemeinschaft finanzieren können. Und wir können uns nur wünschen, dass alle, die im Medienbereich als Planer, aber auch Entscheider arbeiten, weiterhin Wert auf fundiertes Handwerkszeug legen. Da ist Skepsis angebracht. Wir werden die Herausforderung aber annehmen!

40 Jahre LA-MED
Die LA-MED ist ein eingetragener Verein, der sich der Kommunikationsforschung im Gesundheitswesen, speziell der Medizin, Zahnmedizin und Pharmazie widmet. Die Arbeitsgemeinschaft wird getragen von Mitgliedern aus Industrie, Agenturen und Verlagen. Im Gründungsjahr 1970 hatte die LA-MED 51 Gründungsmitglieder. Derzeit sind es 60 Mitglieder.

Von Anbeginn bis heute sind neun Firmen dabei: Deutscher Ärzte-Verlag, Medical Tribune Verlag, Schattauer Verlag, Springer Verlag, Georg Thieme Verlag, Verlag Kirchheim, Bayer, Merck und die WEFRA.

In der ersten Studie der Arbeitsgemeinschaft von 1971 waren insgesamt 40 Titel dabei, davon elf regionale Titel (damals nur Medizinfachtitel). Inzwischen verteilen sich die Titel, die in den LAMED-Studien erhoben werden, auf mehrere Studien. Insgesamt sind es derzeit rund 130 Zeitschriften und Zeitungen der Fachbereiche Medizin, Pharmazie und Zahnmedizin.

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