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19. Mai 2012   Sie sind nicht eingeloggt    
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Mut für Neues fehlt

Erstaunliches bringt die Wefra-Umfrage zu Tage: Bei den Pharmamarketing-Entscheidern wird eher "Konservatives" bevorzugt und Social Media noch nicht angepackt. Verkaufshilfen für den Außendienst präferieren 80%, klassische Mailings 43% und auf Anzeigen setzen 26%. Längst nicht auf der Prioritätenliste angekommen: das Internet und Social Media. Die Wefra analysiert: Die Branche hätte zwar das Potenzial "neuer" Medien und Kommunikationsaktivitäten erkannt und der Wille ist wohl da. Aber der Mut zum Aufbruch scheint zu fehlen.


Laut der Umfrage ist die Aussicht für das kommende Jahr gut, eigentlich: 66% der Befragten gehen davon aus, dass die Budgets gleich bleiben. Aber keinem der befragten Unternehmen stehen im kommenden Jahr mehr Mittel als 2011 zur Verfügung - trotz oder gerade wegen AMNOG. Und fast alle Marketing-Entscheider (94%) erwarten einen höheren Wettbewerbsdruck und 89% gehen von einem zunehmenden Preisdruck auf einzelne Präparate aus. 60% der Pharma-Marketing-Experten erwarten eine stärkere Einflussnahme von Politik und Kassen auf die Wettbewerbsspielregeln.

Doch neue Wege durch veränderte Bedingungen zu gehen, scheint noch Fehlanzeige zu sein. Produkt- und Unternehmens-Websites? Smartphone und Tablet-PC-Applikationen für Ärzte und Patienten? Belegung der Kernplattformen im Netz? In der Pharma-Branche sind derartige Lösungen immer noch Mangelware und das, obwohl laut LA-MED auch die Zielgruppe der Mediziner im World Wide Web angekommen ist. Das Potenzial hat die Branche zwar längst erkannt – rund 85% der Unternehmen gehen davon aus, dass die digitalen Kommunikationsformen zu Lasten klassischer Werbeformen zunehmen werden. Dennoch ist der Umgang mit digitalen Kommunikationsformen eher zurückhaltend. Die Entwicklung von Kunden- und Außendienst-Apps ist beispielsweise gerade mal für 14% der Marketing-Spezialisten relevant; die Entwicklung von Bannern sogar nur für elf Prozent.

Nach den Trends gefragt, streben die Marketingverantwortlichen nach einer Bündelung der Kräfte. Über 90% von den Befragten gehen davon aus, dass die Bedeutung von ganzheitlichen Kommunikationskampagnen zu Lasten von Einzelaktionen zunehmen wird. Die Branche setzt weiterhin auf Altbewährtes und geht zu 72% nicht davon aus, dass Kommunikationsbudgets steigen und der Außendienst dafür abgebaut wird.

Zur Umfrage:
Für die Umfrage der WEFRA Werbeagentur Frankfurt wurden Pharma-Marketing-Entscheidern der Rx- und OTC-Segmente befragt. 350 Teilnehmer gaben ihre Einschätzung bezüglich Trends, Zielgruppenentwicklungen, Kommunikationsplanungen und Budgetverteilungen für 2012 ab.

13.12.11
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