In Deutschland boomen die Smartphones und mit ihnen auch die passenden
Apps. So werden in Deutschland mittlerweile 1700 Apps aus dem
Gesundheitsbereich angeboten (Ärztezeitung, 2011). Angesichts dieser
großen Auswahl stellen sich die Fragen, inwiefern die medizinischen
Apps von Ärzten genutzt werden und mit welchen Angeboten die
pharmazeutische Industrie dieses Medium noch intensiver für sich nutzen
kann.
Zur Klärung befragte emphasis Institut für Marktforschung im
Gesundheitswesen GmbH 100 Hausärzte mit Hilfe einer iPhone-App, die
zusammen mit dem Marktforschungsdienstleister Interrogare GmbH
entwickelt wurde.
Der größte Vorteil dieser neuen Erhebungsmethode ist neben der
Kosteneffizienz die enorme Responsegeschwindigkeit (23% nach einer
Stunde, 76% nach einem Tag). Mögliche Bedenken bezüglich mangelnder
Repräsentativität konnten in einem Methodentest relativiert werden:
Ärzte, die Smartphones nutzen, unterscheiden sich nicht grundsätzlich
bezüglich ihrer Offenheit gegenüber neuen Präparaten oder
Therapiekonzepten von einer konventionell befragten repräsentativen
Kontrollgruppe.
Das aktuelle App-Nutzungsverhalten der Hausärzte lässt sich
folgendermaßen beschreiben: Mit Abstand am häufigsten verwenden die
Befragten Arzneimitteldatenbank-Apps (65%). Auch Wörterbücher,
Diagnose- und Dosierungs-Apps sind bereits relativ weit verbreitet. Ein
Fünftel der befragten Ärzte mit iPhone nutzt jedoch (noch) keine
medizinischen Apps.
Die Nutzung von medizinischen Apps variiert abhängig von
demographischen Faktoren. So zeigt sich, dass Ärztinnen mit iPhones
zurückhaltender sind: Nur 55% nutzen medizinische Apps, bei den
männlichen Kollegen liegt der Anteil bei 86%. Eine andere interessante
Einflussgröße ist die Scheinzahl. Hausärzte in großen Praxen (> 1600
Scheine pro Quartal) nutzen häufiger Apps als ihre Kollegen mit weniger
Patienten.
Mit Apps kann man also die Ärzte erreichen, die für die pharmazeutische
Industrie eine besonders interessante Zielgruppe darstellen. Werden die
Hausärzte ungestützt nach ihren Wünschen befragt, fordern sie
typischerweise erst einmal das Bekannte: Am häufigsten werden
Arzneimitteldatenbank-Apps (37%) genannt. Weiterhin interessieren in
besonderer Weise Apps zu Krankheitsbildern bzw. Fachgebieten wie
Diabetologie, zu Fortbildungen und Dosierungen.
Zur Studie:
emphasis ist der erste Anbieter einer mobilen Befragungs-App und
entsprechender Panels im deutschen Pharmamarkt. Ausgewertet wurden die
Ergebnisse von Dorian
Maier, Studienleiter bei emphasis Institut für Marktforschung im
Gesundheitswesen GmbH, München. Kontakt: Dorian Maier, Tel.:
089/30630014, EMail: dorian.maier@
emphasis.de.
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PM-Report 3/11
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