|
|
|
PR-Trendmonitor 2010: Social Media größte Herausforderung
|
Die Umfrage „PR-Trendmonitor 2010 – Pressearbeit und PR in einem neuen
Medienzeitalter“ der dpa-Tochter news aktuell und Faktenkontor kürt
Social Media zur größten Herausforderung der PR-Arbeit von Unternehmen.
Doch dort sind soziale Netzwerke, wie Facebook und Xing, zwar bekannt,
aber ein Drittel der Unternehmen und ein Viertel der PR-Agenturen sind
mit einem offiziellen Account noch nicht vertreten. Für 63% der
befragten PR-Fachleute ist Social Media das brisanteste Thema für ihre
Arbeit. Aber die Umfrage ergab, dass 31% aller Pressestellenvertreter
auf keiner Plattform mit ihrem Unternehmen zu finden sind. Auch 25% der
PR-Agenturen haben keine eigene Social-Media-Präsenz.
Aber es geht auch anders. Die Zahl der aktiven Nutzer sozialer
Netzwerke belegt, dass doch die meisten Kommunikationsfachleute
mittlerweile die Bedeutung von Netzwerken erkannt haben: So pflegen 43%
der Pressestellen und 40% der Agenturen ein eigenes Unternehmensprofil
bei Facebook, fast ebenso viele kommunizieren offiziell via Twitter
(Pressestellen: 40%, PR-Agenturen: 37%) oder nutzen YouTube als
Präsentationskanal (Pressestellen: 31%, PR-Agenturen: 12%). Gut jede
zweite PR-Agentur betreibt zusätzlich einen Account bei Xing (53%). Im
Branchenvergleich müssen vor allem Verbände und Verwaltungen kräftig
nachlegen. Sie verzichten überdurchschnittlich oft auf eine
Selbstdarstellung in sozialen Netzwerken (38%).
Der PR-Trendmonitor empfiehlt ausdrücklich die Nutzung von Social
Media. Denn auch in Redaktionen habe sich das Web 2.0 als Arbeitstool
etabliert. Jeder zweite Journalist setzt inzwischen auf Social Media.
Wie gehen die Pressestellen der Pharmaunternehmen mit Social Media um?
Der PM-Report hat bei einigen Presseabteilungen nachgefragt.
Martin Fensch, Leiter Unternehmenskommunikation bei Pfizer, sieht das
Thema zwiegespalten: „Soziale Medien und das Internet haben die
Kommunikation der Menschen untereinander und auch die Kommunikation
zwischen Unternehmen, Politik und Bürgern verändert. Es ist eine
spannende Entwicklung, die neue Möglichkeiten bietet, sich über
moderne, schnelle Kommunikationswege auszutauschen. Als
Arzneimittelhersteller müssen wir jedoch sehr genau prüfen, wie wir uns
innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen (HWG, AMG) auf
Social-Media-Plattformen bewegen können und wollen.“
Dr. Kay Rispeter, Leiter Multi Channel Marketing Public Relations &
Communications bei MSD SHARP & DOHME GMBH, beurteilt die
Social-Media-Kommunikation zwischen Gebot und Verbot: „Die zunehmende
Relevanz von Social-Media-Plattformen ist Ausdruck eines Wandels in den
Kommunikationsstrukturen. Die öffentliche Meinungsbildung erfolgt nicht
mehr ausschließlich durch eine Elite. Jeder ist zu einem potentiellen
Meinungsbildner geworden. Kommunikation und Meinungsbildung erfolgen
offener und öffentlicher als noch vor zehn Jahren ... Auf der anderen
Seite ist zu berücksichtigen, dass der Arzneimittelmarkt sehr stark
reguliert ist. Und diese Regulation bezieht sich auch auf die
Kommunikation. So sind uns in der Kommunikation zu unseren Produkten
zum Beispiel durch das Heilmittelwerbegesetz enge Grenzen gesetzt.
Diese gesetzlichen Regelungen stammen aus einer Zeit, als die
öffentliche Kommunikation anders verlief als heute. Es wird interessant
sein zu sehen, wie Gesetzgeber und Rechtsprechung auf die veränderten
Voraussetzungen reagieren werden. Wird es Arzneimittelherstellern in
Zukunft erlaubt sein, sich an der Diskussion über ihre Produkte zu
beteiligen? Werden sie vielleicht sogar dazu verpflichtet, um
Fehlinformationen entgegenzuwirken? Mit wenigen rechtlichen
Fallstricken wäre bereits heute ein Austausch mit medizinischen
Fachkreisen auf Social-Media-Plattformen möglich. Allerdings weisen uns
bekannte Daten darauf hin, dass deutsche Ärzte noch sehr zurückhaltend
bei der beruflichen Nutzung dieses Meinungsaustausches sind. Vor diesem
Hintergrund haben wir uns bei MSD entschieden, die Entwicklung genau zu
beobachten und unsere Kommunikationsstrategie ihr anzupassen. Ein
Pilotprojekt in Richtung Social-Media-Kommunikation ist der
Twitter-Account unseres neutralen Informations- und Fortbildungsportals
univadis®. Über diesen Twitter-Account (univadis_de) kommuniziert
univadis® seit dem Frühjahr 2010 täglich gesundheitspolitische
Nachrichten.“
Zur Umfrage: Teilnehmer an der Online-Umfrage: 2270 Fach- und
Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen, Umfragezeitraum:
September 2010.
Mehr unter: http://www.newsaktuell.de/branchenthemen/umfragen.htx.
|
|
|
|
PM-Report 12/10
|
|
|
 |
|