Auf dem Deutschen Apothekertag haben sich Politiker aller Parteien darin überschlagen, sich gegen Pick-up-Stellen auszusprechen. "Eine Apotheke ist keine Tankstelle," formulierte Johannes Singhammer, Stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, schwungvoll. Die Delegierten haben eine Resolution gegen Pick-up verabschiedet.
„Wir erachten Pick-up-Stellen nicht für sinnvoll. Lassen Sie uns gemeinsam einen Vorschlag erarbeiten, der nicht den Stempel der Verfassungswidrigkeit trägt“, forderte Singhammer. „Pick-up könnte ‚erledigt‘ werden, wenn man konsequent dagegen vorgeht“, sagte auch Dr. Martina Bunge, Gesundheitspolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke.
Barbara Steffens (Bündnis90 / Grüne), Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte: „Ich stehe Seite an Seite mit Ihnen, erwarte aber, dass der Heilberuf noch mehr mit Inhalt gefüllt wird. Aber der Heilberuf muss sich auch wirtschaftlich tragen können.“ Und sie ergänzte, dass „billiger“ keineswegs „besser“ sei. „Wir müssen uns fragen, was die Menschen brauchen.“
„Ich werde mich nachhaltig dafür einsetzen, dass wir die Pick-up-Stellen wieder abschaffen“, sagte Wolfgang Heubisch, Bayerischer Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, mit Verweis auf den kürzlich gefassten Beschluss des Bundesrates zum Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG): „Die inhabergeführte Apotheke ist das perfekte Organisationsmodell für die Arzneimittelversorgung.“ Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesministerium für Gesundheit, sah sich bei den Pick-up-Stellen in Übereinstimmung mit den Apothekern: „‘Apotheke light‘ ist nicht gewollt.“
Die Delegierten der Hauptversammlung des Deutschen Apothekertags haben in einer Resolution das Verbot von Pick-up Stellen gefordet. Das sei aus Gründen des Gesundheits- und Verbraucherschutzes notwendig. Die Hauptversammlung der deutschen Apothekerinnen und Apotheker forderte alle anderen in den Vertrieb von Arzneimitteln eingebundenen oder den Apotheken nahestehenden Unternehmen und deren Entscheidungsträger auf, sich ihrer ethischen und moralischen Verpflichtung zur Erhaltung der Sicherheit der Arzneimittelversorgung in Deutschland bewusst zu werden und den Vertriebsweg des Pick-up-Stellen nicht zu unterstützen.
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Quelle: Deutscher Apothekertag 2011
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PM: 07.10.2011
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