Die internationale Messe rund um den Apothekenmarkt konnte im Vergleich
zum letzten Jahr mehr (internationale) Aussteller verbuchen: Insgesamt
497, davon 82 ausländische. Gleichzeitig fand auch der Deutsche
Apothekertag statt. Gregor Ulrich, Geschäftsführer der Werbe- und
Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker, sieht darin Impulse: "Es ist
schon bemerkenswert, dass sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen
Situation im Apothekenmarkt mehr Unternehmen als im Vorjahr für eine
Messebeteiligung entschlossen haben. Offenkundig ist die Branche fest
entschlossen, sich aktiv den politisch gesetzten Herausforderungen zu
stellen."
Auch der Anteil der internationalen Fachbesucher ist angestiegen.
"Allein aus der Türkei ist eine Delegation von rund 1.000
Apothekerinnen und Apothekern nach Düsseldorf gereist", freut sich
Ulrich. Andere Besucher kamen u.a. aus China, Japan und den USA. Die
Expopharm konnte über 27.000 Besucher anlocken. Für Ulrich noch ein
Grund mehr zur Freude: "Wir freuen uns darüber, dass der stabile
Wachstumstrend der EXPOPHARM sich auch in diesem extrem schwierigen
Jahr für die deutschen Apotheken weiter fortgesetzt hat. Das ist ...
sicher der Tatsache zu verdanken, dass viele Apothekenleiter gerade
jetzt wissen wollten, wie der Markt auf die Herausforderungen
reagiert..."
Vielleicht liegt es ja auch an dem "Reizthema" KBV/ABDA-Modell zum
Medikationsmanagment, das beim Deutschen Apothekertag diskutiert wurde.
Vergütung der Apotheker war da ein Stichpunkt. ABDA-Vizepräsident
Friedemann Schmidt versicherte schon einmal: "Wir werden dafür sorgen,
dass es für die Apotheker, die mitmachen, keinen wirtschaftlichen
Nachteil gibt." Apotheker und Ärzte fordern für das
Medikationsmangement insgesamt 360 Euro pro Jahr und Patient. Doch im
Vorschlag für den Änderungsantrag des Versorgungsgesetzes ist die
Vergütung noch gar nicht eingearbeitet.
Kritiker an der Idee von KBV und ABDA gibt es viele. Unter ihnen Uwe
Deh, Vorstand des AOK-Bundesverbands, der zwar nichts gegen
"vernünftige Verordnungen" habe durch die auch Polymedikationen
vermieden werden könne. Doch ob das mit dem KBV/ABDA-Modell erreicht
werde, überzeugt Deh nicht. Er kritisierte zudem, dass das Modell die
bundesweite Versorgungsheterogenität nicht berücksichtige.
Ob der Vorschlag nun wirklich durchgesetzt wird, bleibt sowieso erst
einmal abzuwarten. Die öffentliche Anhörung der sachverständigen
Verbände zum VStG (Versorgungsstrukturgesetz ) soll am 19. Oktober
stattfinden. Bei der KBV ist man zuversichtlich, dass dann das
Medikationsmanagement im Gesundheitsausschuss diskutiert wird - und
auch durchgeboxt wird.
Im nächsten Jahr findet die Expopharm in München statt. 2012 beginnt
die Messe bereits am Mittwoch, den 10. Oktober, und endet am Samstag,
den 13. Oktober.
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Foto: Expopharm
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10.10.11
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