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Expopharm 2011: Markt der Herausforderungen

Foto: Expopharm
Die internationale Messe rund um den Apothekenmarkt konnte im Vergleich zum letzten Jahr mehr (internationale) Aussteller verbuchen: Insgesamt 497, davon 82 ausländische. Gleichzeitig fand auch der Deutsche Apothekertag statt. Gregor Ulrich, Geschäftsführer der Werbe- und Vertriebsgesellschaft Deutscher Apotheker, sieht darin Impulse: "Es ist schon bemerkenswert, dass sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation im Apothekenmarkt mehr Unternehmen als im Vorjahr für eine Messebeteiligung entschlossen haben. Offenkundig ist die Branche fest entschlossen, sich aktiv den politisch gesetzten Herausforderungen zu stellen."


Auch der Anteil der internationalen Fachbesucher ist angestiegen. "Allein aus der Türkei ist eine Delegation von rund 1.000 Apothekerinnen und Apothekern nach Düsseldorf gereist", freut sich Ulrich. Andere Besucher kamen u.a. aus China, Japan und den USA. Die Expopharm konnte über 27.000 Besucher anlocken. Für Ulrich noch ein Grund mehr zur Freude: "Wir freuen uns darüber, dass der stabile Wachstumstrend der EXPOPHARM sich auch in diesem extrem schwierigen Jahr für die deutschen Apotheken weiter fortgesetzt hat. Das ist ... sicher der Tatsache zu verdanken, dass viele Apothekenleiter gerade jetzt wissen wollten, wie der Markt auf die Herausforderungen reagiert..."

Vielleicht liegt es ja auch an dem "Reizthema" KBV/ABDA-Modell zum Medikationsmanagment, das beim Deutschen Apothekertag diskutiert wurde. Vergütung der Apotheker war da ein Stichpunkt. ABDA-Vizepräsident Friedemann Schmidt versicherte schon einmal: "Wir werden dafür sorgen, dass es für die Apotheker, die mitmachen, keinen wirtschaftlichen Nachteil gibt." Apotheker und Ärzte fordern für das Medikationsmangement insgesamt 360 Euro pro Jahr und Patient. Doch im Vorschlag für den Änderungsantrag des Versorgungsgesetzes ist die Vergütung noch gar nicht eingearbeitet.

Kritiker an der Idee von KBV und ABDA gibt es viele. Unter ihnen Uwe Deh, Vorstand des AOK-Bundesverbands, der zwar nichts gegen "vernünftige Verordnungen" habe durch die auch Polymedikationen vermieden werden könne. Doch ob das mit dem KBV/ABDA-Modell erreicht werde, überzeugt Deh nicht. Er kritisierte zudem, dass das Modell die bundesweite Versorgungsheterogenität nicht berücksichtige.

Ob der Vorschlag nun wirklich durchgesetzt wird, bleibt sowieso erst einmal abzuwarten. Die öffentliche Anhörung der sachverständigen Verbände zum VStG (Versorgungsstrukturgesetz ) soll am 19. Oktober stattfinden. Bei der KBV ist man zuversichtlich, dass dann das Medikationsmanagement im Gesundheitsausschuss diskutiert wird - und auch durchgeboxt wird.

Im nächsten Jahr findet die Expopharm in München statt. 2012 beginnt die Messe bereits am Mittwoch, den 10. Oktober, und endet am Samstag, den 13. Oktober.

Foto: Expopharm
10.10.11
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