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VitaBote startet

Der VitaBote läuft los: Die Otto Group hat seinen Arzneimittelbestelldienst gestartet. Mit einiger Verzögerung - angedacht war eigentlich Juli 2011. Nun können erst einmal Kunden in Hamburg online Medikamente bestellen. Die Auslieferung erfolgt über die lokalen Apotheken. "Dieser Service ist bisher einzigartig in Deutschland", preist das Unternehmen die eigene Idee an.


Das Prinzip von VitaBote möchte die Einfachheit der Onlinebestellung mit der Bequemlichkeit der "Apotheke um die Ecke" kombinieren. Dafür können Kunden auf der Website ihre Postleitzahl eingeben und für ihre Bestellung eine nahegelegene Apotheke auswählen. Dann werden innerhalb weniger Stunden die Medikamente nach Hause geliefert oder können in der ausgesuchten Apotheke abgeholt werden.

Der Idee ging eine Befragung der Otto-Kunden im vergangenen Jahr voraus. Darin äußerten sich 80% positiv zu einem solchen Service. Insbesondere wurden die Bequemlichkeit und die kurzen Lieferzeiten gutgeheißen. Die Befragten erhoffen sich Preisvorteile und bekundeten Vertrauen in die Vor-Ort-Apotheke. Das Modell will vor allem Berufstätige und Eltern mit wenig Zeit und die so genannten "Silver Surfer" ansprechen.

Für Apotheken ist auf dem VitaBoten-Portal ein individualisierbarer Shopbereich eingerichtet, in dem sie ihr Angebot frei gestalten und beispielsweise auf spezielle Serviceleistungen hinweisen können. Die Lieferung durch einen Boten übernimmt die Apotheke, ohne dass für den Kunden zusätzliche Gebühren fällig werden. Der komplette Bestellvorgang, einschließlich der Bezahlung der Medikamente, wird über VitaBote abgewickelt. Laut Apotheke adhoc kostet die Apotheken das eine Provision: Das ist eine umsatzabhängige Monatsgebühr von 20 bis 80 Euro - berechnet werden 15% des OTC-Umsatzes und pro Rezept sind es 3 Euro, auch wenn mehrere Arzneimittel verschrieben sind.

Für Florian Hermsdorf, Geschäftsführer von VitaBote, überwiegen aber die Vorteile für die Apotheke: "Lokalen Apothekern bieten wir eine unkomplizierte Lösung zur Nutzung des Online-Vertriebskanals. Sie müssen kein eigenes Online-Angebot aufbauen sondern können auf eine bereits vorhandene Plattform zurückgreifen. Das spart erhebliche Kosten und die Apotheker können sich auf Ihre   eigentliche Aufgabe – die Beratung - konzentrieren." Außerdem betont er, dass Patienten bei ihrer jeweiligen Apotheke anrufen können, wenn sie sich beraten lassen wollen. "Die Beratungskompetenz der Apotheken bleibt erhalten," ist er sich sicher.  

Auch die Bestellung von rezeptpflichtigen Medikamenten ist möglich. Das stößt aber auf Kritik bei der Apothekerkammer Hamburg. Diese will garantiert haben, dass verschreibungspflichtige Arzneimittel nicht versendet werden, bevor das Rezept vorliegt. Die Kammer verhandelt das gerade mit den Verantwortlichen bei VitaBote.

Zum Start kooperiert VitaBote zunächst mit mehreren Apotheken aus Hamburg. Ziel ist es, in der ersten Jahreshälfte 2012 das gesamte Hamburger Stadtgebiet abzudecken. Eine schrittweise Erschließung ländlicher Gebiete und weiterer Städte ist ebenfalls in Planung. 

27.01.12
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