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Mehr nachhaltigen Zusatznutzen schaffen

Die Partnerschafts-Forschungsstudie des Institutes für Management im Gesundheitsdienst Prof. Riegl & Partner GmbH – PR. & P. bescheinigt dem Großhandel bei Partnerschaften mit Apotheken die Nase vorn zu haben. Doch an zweiter Stelle rangieren die Beziehungen zu Pharmaunternehmen. Apothekenkooperationen landen auf dem dritten Platz.


Prof. Dr. Gerhard F. Riegl von der Hochschule Augsburg und Leiter der Partnerschafts- Forschungsstudie sieht das als eine Chance für Hersteller, die bei genauerem Hinhören noch mehr punkten könnten: „Die Apotheken wünschen nicht einfach mehr Nähe zur Pharmaunternehmung, sondern mehr nachhaltigen Zusatznutzen für eigene Wertschöpfungen. Dazu gehört jedoch auch eine direkte Kontaktmöglichkeit mit Pharmaunternehmen, auch ohne den Außendienst. Dies scheint eine große Hürde für die Apotheken darzustellen. Hersteller können mit individuellem Apothekenservice punkten, wenn der Service zur Eigenständigkeit der inhabergeführten unabhängigen Apotheke wirkungsvoll beiträgt.“

In der Studie wurde gefragt, an welchen Partnerschaften sich Apotheken beteiligen und wie zufrieden sie mit diesen sind. An speziellen Pharma-Partnerprogrammen beteiligen sich heute die meisten Apotheken (86%), im Schnitt hat jede Apotheke 3,7 privilegierte Pharmapartner. 74% der Pharmazeuten machen bei Apothekenkooperationen mit, davon 16% bei zwei oder mehreren. Im Durchschnitt sind kooperierende Pharmazeuten an 1,3 Apothekengruppen beteiligt. Die für Apotheker wichtigste Partnerbeziehung zum Pharmagroßhandel erzielt einen Notendurchschnitt von 2,7. Danach folgen Pharma-Partnerschaftsbeziehungen mit einer Zufriedenheitsnote von 3,1. An letzter Stelle liegen die Apothekenkooperationen mit einer Note von 3,3, so die Ergebnisse der Studie.

In der Befragung kam heraus, dass mit dem Großhandel besonders zufriedene Apotheken zugleich weniger aufgeschlossen für Pharma-Partnerschaften sind – oder für die üblichen Substitutionen bei Arzneimittelmarken zugunsten von Pharmapartnern. Im Umkehrschluss sind mit dem Großhandel unzufriedene Apotheken aber nicht offener gegenüber Pharma-Partnerschaften. Punkten können Pharmaunternehmen abgesehen von der Gewährung wirtschaftlicher Vorteile, wenn sie dem Apotheker das Gefühl vermitteln, einfach gut „umsorgt“ zu werden. Das kann erfolgen durch Unterstützung im Alltag, beispielsweise durch konstante Ansprechpartner und gute Produkte, Innovationen, Forschung und inländische Produktion, damit apothekenexklusive Vorteile zu Umsatzsteigerungen werden. Apotheker erwarten von den Partnerschaftsprogrammen aber auch, dass ihnen anhand von originellen Modulen eine erfolgreiche Apothekenführung nahegebracht wird.

Hier scheint es laut Riegel eine Faustregel zu geben: Größere Apotheken erwarten im Prinzip mehr von der Partnerschaft mit Pharmaunternehmen als kleinere und Apotheken mit höherem Selbstmedikationsanteil erwarten mehr von Pharmaunternehmen als Apotheken mit geringem Selbstmedikationsanteil.

Riegel wagt einen Blick in die Zukunft: „Es gibt Indizien für ein künftiges Versorgungsmanagement bei Arzneimitteln, bis hin zum Endverbraucher. Großhändler profilieren sich als Logistiker und Dienstleistungspartner auf der letzten Meile zum Patienten, weil dort hohe Effizienzsteigerungen und Wertschöpfungen möglich sind. Falls inhabergeführte, selbständige Apotheken bei diesen Entwicklungen nicht mitspielen, könnten Verträge der Kassen mit neuartigen Systempartnern entstehen und daran sind zum Beispiel auch Großhändler beteiligt. Für Pharmaunternehmen, die bisher mehr produktorientiert gehandelt haben, bedeutet dies ein Umdenken, falls sie mitspielen wollen. Die vom AMNOG zugelassenen, neuartigen Systempartnerschaften können auch Pharmaunternehmen, Großhändler, Apotheken, Ärzte und Kassen als Vertragspartner zu einem gemeinsamen Versorgungsmanagement ermöglichen. In der Selbstmedikation hängt alles davon ab, wie sich Apothekenpflicht und Apothekenexklusivität der Hersteller entwickeln und ob von Brüssel dazu apothekenschwächende Eingriffe kommen.“

Zur Studie: Die Partnerschafts-Forschungsstudie des Institutes für Management im Gesundheitsdienst unter Leitung von Prof. Dr. Gerhard F. Riegl von der Hochschule Augsburg wurde von der Winthrop Arzneimittel GmbH in Auftrag gegeben. An der Befragung beteiligten sich 176 individuell angesprochene Apothekeninhaber aus dem Bundesgebiet, davon haben 32% eine Apotheke in Arztnähe oder im Ärztehaus, 26% zählen zu den Filialapothekern mit Zweigstelle(n), 23% leiten eine Apotheke im Stadtzentrum, 22% sind Landapotheker und 11% sind Inhaber einer größeren Center-Apotheke.

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