HR-Report: Ansprüche und Herausforderungen

In dem HR-Report 2014/2015 von HAYS dreht es sich um den Schwerpunkt "Führung". So benötigen Führungskräfte "ein hohes Maß an Flexibilität und Zukunftsorientierung, um die Veränderungen und Vernetzungen in der globalisierten wie auch zunehmend digitalisierten Wirtschaft zu gestalten." Die Herausforderungen sind aber auch im eigenen Unternehmen vorhanden, z. B. bei der Mitarbeiterbindung, auch ein Kapitel im HR-Report. Zwar bewerten 95% der Befragten eine wertschätzende Unternehmenskultur bzw. ein gutes Betriebsklima für als besonders gut geeignet zur Mitarbeiterbindung. Doch nur 53% meinen, dass dies bereits umgesetzt sei. Deswegen lautet auch das Fazit im Report: Die Unternehmen ergreifen immer noch viel zu wenige geeignete Maßnahmen, um ihre Mitarbeiter zu halten.


Die Führung von Unternehmen wird immer komplexer, weil innerhalb der Organisationen nicht nur die Belegschaften immer vielfältiger, sondern auch die Arbeitszeiten, -formen und Beschäftigungsverhältnisse werden. Neben der steigenden Komplexität von Arbeit und beschleunigten Abläufen spielen der Fachkräftemangel, der sinkende Anteil von Nachwuchskräften sowie die Verlängerung der Lebensarbeitszeit und die zunehmende Bedeutung von Work-Life-Balance eine wichtige Rolle, analysiert Hays die Situation.

Welche Aufgaben kommen auf Führungskräfte zu und wie kann die Führungsarbeit daran angepasst werden? Dies betrifft sowohl das Anforderungs-und Kompetenzprofil von Führungskräften als auch die Führungskräfteentwicklung. Den Herausforderungen einer sich immer schneller wandelnden Arbeitswelt aktiv zu begegnen, spielt eine wesentliche Rolle für eine erfolgreiche Personalführung. Gerade die Digitalisierung der Gesellschaft und der Arbeitswelt verändert die Rahmenbedingungen. Hier sind Führungskräfte als Change Manager gefragt.

Die befragten Entscheider sehen daher das Managen von Veränderungen (72%) auch als die größte Herausforderung für Führungskräfte an. An zweiter Stelle steht der Umgang mit der steigenden Komplexität im Führungsbereich (52%). Die Aufgaben, die an Führungskräfte gestellt werden, haben viel mit den Mitarbeitern zu tun, um diese ans Unternehmen zu binden. So bestehen die wesentlichen Aufgaben einer Führungskraft vor allem darin, eine Feedbackkultur zu etablieren (71%), Mitarbeiter zu motivieren (69%) und ihnen Entwicklungsmöglichkeiten aufzuzeigen (66%). Nach diesen drei Themen als wichtig erachtet werden zudem die Aufgaben, regelmäßig Mitarbeitergespräche zu führen (60%) und ein "offenes Ohr" für die Belange der Mitarbeiter zu haben (56%).

Betont wird in dem Report auch, dass den Themen Unternehmenskultur, Führung und Mitarbeiterbindung in fast allen Unternehmen große Bedeutung beigemessen werden - "jedenfalls wenn man die Reden der Manager hört und die Texte in den Unternehmensberichten liest. Doch ähnlich wie bei den gern benutzten Schlagworten Nachhaltigkeit und soziale Kompetenz von Führungskräften, gibt es doch erhebliche Abweichungen von Anspruch und Wirklichkeit", bemängelt Hays. Denn Unternehmen setzen das in Praxis einfach noch viel zu selten um: 73% der befragten Unternehmensleiter gehen davon aus, eine wertschätzende Unternehmenskultur existiere bereits, aber dem stimmen nur 41% der Mitarbeiter ohne Führungsverantwortung zu. Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Lebenssituation werden von 67% der Befragten ebenfalls als zentrales Mitarbeiterbindungsinstrument angesehen. Aber auch hier meinen nur 46%, dass dies schon umgesetzt sei. Beispiel mobiles Arbeiten: Für 51% der Mitarbeiter bindet die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten an das Unternehmen. Auf Seiten der Geschäftsführung stimmen dieser Aussage jedoch nur 36% zu.

Der Report hat auch untersucht, welches die größten Hindernisse dafür sind, dass nicht mehr Frauen Fach- oder Führungspositionen einnehmen: Als größte Hürde bleiben die mangelnde Vereinbarkeit von Berufs- und Familiensituation, klassische Rollenbilder und fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Frauen bemängeln im übrigen doppelt so häufig wie Männer die fehlende Unterstützung in ihren Unternehmen und die geringe Akzeptanz durch Vorgesetzte. Auch eine unzureichende Personalentwicklung in den Unternehmen wird von den weiblichen Entscheidern sehr viel intensiver als Hindernis wahrgenommen als von Männern.


Der Report basiert auf einer Onlinebefragung von 665 Entscheidern und Mitarbeitern aus Unternehmen und Organisationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Befragt wurden von Juli bis September 2014 sowohl Geschäftsführer als auch HR- und Fachbereichsleiter sowie Mitarbeiter ohne Personalverantwortung aus Unternehmen unterschiedlicher Größe und verschiedener Branchen, davon 73 aus dem Bereich Chemie/Pharmazie.
Den HR-Report finden Sie hier.

19.01.15

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