Recruiting: Zögerlicher Einsatz digitaler Methoden

Grafik: Randstad

Welche Rolle spielt der persönliche Kontakt im Recruiting? Für mehr als die Hälfte der deutschen Unternehmen ist der direkte Austausch zwischen Personaler und Kandidat essentiell. 53% von ihnen wollen künftig auf die Nutzung von virtuellen Bewerbungsgesprächen verzichten. Zu diesem Ergebnis kommt die Randstad-ifo-Personalleiterbefragung*, die im 2. Quartal 2020 Deutschlands Personalverantwortliche zur Corona-Pandemie und ihren Folgen befragte.

Während andere Arbeitsabläufe einen drastischen Digitalisierungsschub erfahren haben, wollen nur 22% der Unternehmen das Recruiting künftig verstärkt auf digitalen Kanälen abwickeln. Dass die Digitalisierung bei der alltäglichen Abstimmung und Arbeitsorganisation immer wichtiger wird, da sind sich die meisten Unternehmen einig.

Damit hat sich im Vergleich zum 1. Quartal 2019, in dem auch zu diesem Thema gefragt wurde, wenig verändert. Warum keine datengeschützten Rekurtierungsmethoden verwendet werden, begründeten 35% mit „keine Verwendung dafür", 25% mit „mangelndes Know-how", jeweils 21% mit „mangelnde Kenntnis von Angeboten", „hoher Aufwand" sowie „geringer Nutzen", jeweils 14% mit „geringe Akzeptanz bei Bewerbern" und „hohe Kosten".

Das größte Risiko, das aus der Verwendung von datengesteuerten Rekrutierungsmethoden erwächst, sehen die Personalleiter offenbar darin, dass Softwareprogramme Sozialkompetenzen nicht ausreichend berücksichtigen: 49% befürchten eine Abwertung von Soft-Skills, 43% antizipieren die Entstehung unerwünschter Auswahlmuster durch selbstlernende Algorithmen. Datenschutzbedenken (31%) und die Sorge, dass eine künstliche Intelligenz eine schlechtere Kandidatenauswahl trifft (26%), sind weniger deutlich ausgeprägt. Interessanterweise sind in Unternehmen, die datengesteuerte Rekrutierungsmethoden tatsächlich einsetzen, diese Befürchtungen sogar noch ausgeprägter.

Trend: Auch kleine Unternehmen rüsten digital nach
54% der deutschen Unternehmen geben an, dass die Corona-Pandemie den digitalen Wandel in ihrer Organisation nachhaltig vorangetrieben hat. Insgesamt nutzen 36% seitdem verstärkt digitale Tools. 23% haben virtuelle Alternativen für die Kommunikation und Organisation neu eingeführt.

*Quelle: Randstad-ifo Personalleiterbefragung Q2 2020, befragt werden bis zu 1000 Personalverantwortliche in deutschen Unternehmen unterschiedlicher Größen und Branchen; Grafik: Randstaat; PM 9-15-2020

powered by webEdition CMS