KI im Gesundheitswesen: Akzeptanz noch gering

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Mit Künstlicher Intelligenz (KI) verbinden sich viele Hoffnungen. Vor allem, was Schnelligkeit und Exaktheit von Diagnosen betrifft. Doch eine Umfrage zeigt nun, dass KI im Gesundheitswesen bei vielen Menschen auch Ängste weckt und die Vorbehalte noch relativ groß sind.

Als die Expertengruppe für KI der Europäischen Kommission Ende Dezember letzten Jahres ihre Bericht veröffentlichte, sagte der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Kommissar Andrus Ansip: „Die künstliche Intelligenz kann unseren Gesellschaften große Vorteile bringen, von der Diagnose und Heilung von Krebserkrankungen bis hin zur Senkung des Energieverbrauchs. Aber damit Menschen KI-basierte Systeme akzeptieren und nutzen können, müssen sie ihnen vertrauen. Sie müssen wissen, dass ihre Privatsphäre respektiert wird, und dass Entscheidungen nicht voreingenommen sind."


Dass diese Einschätzung nicht ganz falsch ist, belegt eine Umfrage der pronova BKK. So befürchten drei von vier Deutschen, dass KI gewisse Risiken für Patienten erhöht – etwa durch Hacker-Angriffe. Diese Sorge zeigt sich in allen Altersklassen: Etwa 70% der unter 30- und über 60-Jährigen stimmen dieser Aussage zu. Besonders beunruhigt sind mit 79% die 40-Jährigen.

Obwohl die negativen Einschätzungen zum KI-Einsatz im Gesundheitswesen überwiegen, können die Menschen der neuen Technik auch Positives abgewinnen. 55% verbinden mit KI die Hoffnung auf schnellere Diagnosen. 54% meinen, dass ihr Einsatz dort sinnvoll ist, wo Fachkräfte fehlen – zum Beispiel im ländlichen Raum. 41% begrüßen KI, wenn es um sensible Themen geht, die sie nicht unbedingt mit einem Arzt besprechen möchten. Das trifft besonders auf junge Menschen zu: Rund jeder Zweite der unter 30-Jährigen möchte zum Beispiel über intime Angelegenheiten lieber mit einem Avatar als mit einem menschlichen Arzt sprechen. Bei den 50-Jährigen und der Generation 60 plus ist es lediglich jeder Dritte.

Schon jetzt setzen Ärzte vermehrt neue Technologien ein, zum Beispiel Operationsroboter oder intelligente Programme in der Psychotherapie oder der Diagnose. Doch mit welcher digitalen Technik können sich die Deutschen in den kommenden zehn Jahren am ehesten anfreunden? 52% würden die Prüfung von Laborwerten sowie die Einschätzung erster Diagnosen durch einen Roboter befürworten. Ähnlich groß ist die Zustimmung zu einer KI, die CT- oder Röntgenbilder auswertet und einen ersten Befund erstellt (48 Prozent). Immerhin 40% würden es akzeptieren, wenn ein Avatar in Zukunft leichte Krankheiten diagnostiziert. 31% sehen es positiv, wenn KI zur Feststellung seltener Krankheiten eingesetzt wird. Kann die moderne Technologie helfen, eine schwere Erkrankung zu erkennen, sind 27% dafür offen.

Quelle: pronova BKK, Digitales Gesundheitssystem, Umfrage: 1.000 Personen ab 18 Jahren; Foto: clipdealer-A93774990;PM 5.8.2019

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