Premiere: Rabattvertrag für patentgeschütztes Arzneimittel

spectrumK zeigt, wie es gehen könnte: Im Rahmen der 10. Ausschreibung
wurde zum ersten Mal Generika und auch patentgeschützte Arzneimittel
gesucht. Es geht um ein Medikament zur Behandlung von HIV-Infektionen
(Nevirapin Retardtabletten) und den Zuschlag erhielt Boehringer
Ingelheim. Der Vertrag gilt ab 1. Oktober 2014. Yves Rawiel,
Geschäftsführer von spectrumK, sieht darin die Zukunft: "Damit haben
wir Neuland betreten, aber das Ergebnis zeigt, dass wir auch auf dem
Markt patentgeschützter Arzneimittel erfolgreich Rabatte aushandeln
können, ohne dass dadurch die Versorgungssicherheit infrage gestellt
wird."


Die Ausschreibung wurde in zwei Verfahren über die Bühne gebracht -
einmal für die Generika und einmal für den patentgeschützten Markt. Das
Gemeinschaftsunternehmen, das 137 Betriebskrankenkassen und acht BKK
Landesverbände bündelt, sieht darin das "Ziel dieses Teils des
Vergabeverfahren ... erstmalig auch für patentgeschützte Arzneimittel
rechtssichere und wirtschaftlich sinnvolle Rabattverträge mit dem
Originator bzw. Reimporteuren zu schließen." Für diese Ausschreibung
konnten 69 Krankenkassen mit 7 Mio. Versicherten gewonnen werden. An dem Vergabeverfahren für die generischen Arzneimittel nahmen
insgesamt 70 Krankenkassen mit mehr als 7,3 Mio. Versicherten teil. Für
diesen Teil der Ausschreibung wurden von spectrumK schon im Mai die
Zuschläge an 16 Pharmazeutische Unternehmer für 15 Fachlose erteilt.   Die verhandelten Rabatte belaufen sich auf 56% - zum Vorjahr ist das
eine Ersparnis von knapp 68% gegenüber dem errechneten Umsatzvolumen
auf Basis des Apothekenverkaufspreises, informiert spectrumK. Die
Rabattverträge für die generischen Arzneimittel werden zum 1. Juli 2014
in Kraft treten.
05.06.14

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