Rabatt-Ausschreibung in großem Umfang

Die GWQ ServicePlus AG will laut Apotheke adhoc einen großen Coup bei
den Rabattverträgen landen: Es sollen 784 Rabattverträge über 226
unterschiedliche Wirkstoffe ausgehandelt werden. 43 Krankenkassen haben
sich an dieser "Aktion" angeschlossen. Die Hersteller haben bis Ende
September Zeit, an der Ausschreibung teilzunehmen. Bedingung ist, dass
"der bereinigte Apothekenverkaufspreis kleiner als oder gleich dem seit
Juli geltenden Festbetrag ist", weiß der Apotheken Nachrichtendienst.


Diese umfangreiche Ausschreibung soll die Rabattverträge der sechsten
Tranche ersetzen, die nächstes Jahr im Februar auslaufen. Deswegen ist
der Start für die neuen Verträge auch für den Febraur 2015 vorgesehen.
23 Monate soll die Vertragsdauer laufen, andere sollen sogar 29 Monate
laufen. Das Verfahren hat verschiedene Abstufungen: So sollen für 160
Wirkstoffe in verschiedenen Darreichungsformen und Wirkstärken in 221
Losen exklusive Verträge mit jeweils einem Hersteller abgeschlossen
werden. Die Wirkstoffe sind u.a. Ambroxol, Captopril, Cefixim,
Deslorotadin, Dexamethason, Diclofenac, Efavirenz, Fenofibrat,
Ibandronsäure, Lansoprazol, Lercanidipin, Nifedipin, Ondansetron,
Paracetamol, Rivastigmin, Salbutamol, Timolol, Tolperison, Zolmitriptan
und Zolpidem. Für das sogenannte "Drei-Partner-Modell" werden für 104 Wirkstoffe in
121 Losen jeweils drei Hersteller gesucht, beispielsweise für die
Wirkstoffe Allopurinol, Amlodipin, Atorvastatin, Candesartan,
Ciproflaxin, Clopidogrel, Enalapril, Fluvastatin, Gabapentin,
Metoprolol succinat, Omeprazol, Pantoprazol, Prednisolon, Ramipril,
Sumatriptan und Tramadol. 38 Wirkstoffe sollen exklusiv und an bis zu drei Hersteller vergeben
werden. Das hängt von der Darreichungsform oder der Wirkstärke ab. So
sind bei der Wirkstärken 20, 40 und 80 mg drei Hersteller einen
Wirkstoff "vertreiben". Bei den Wirkstärken über 30 und 60 mg wird
dagegen ein exklusiver Vertrag abgeschlossen. Die ausgeschriebenen
Wirkstoffe sind u.a. Simvastatin, Aciclovir, Alendronsäure, Bisprolol,
Bundesonid, Cefpodoxim, Clarithromycin, Fentanyl, Furosemid, Ibuprofen,
Levothyroxin, Losartan, Ofloxacin, Quetiapin, Risperidon und Venlafaxin. GWQ schreibt über sich selber, dass "... sie ... zur unternehmerischen
Antwort ihrer Gründer und Eigner auf die sich ständig wandelnden
Bedingungen des Gesundheitsmarkts: Das Unternehmen entwickelt seine
geschäftlichen Ziele im ständigen Dialog mit den Aktionären und kann
sie mit gebündelter Marktmacht aufgrund seiner privatwirtschaftlichen
Organisationsform schneller und effizienter umsetzen als das im
öffentlich-rechtlichen System möglich ist."
06.08.14

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