Verhandelter Erstattungsbetrag für den Wirkstoff Sofosbuvir 

Florian Lanz, Sprecher des GKV-Spitzenverbandes, ist das allemal einen Tweet wert: "Einigung zwischen Gilead + GKV-SV über Preis für Hepatitis-C-Medikament „Sovaldi“. Verhandlungsergebnis gut für Patienten + Beitragszahler." Die Diskussionen über den Preis der neuen Therapie waren heiß gelaufen und es wurde - mal wieder - Kritik an der Preispolitik der Pharmahersteller laut, während die Kassen - auch wie immer - unisono monierten, solche Mondpreise können nicht bezahlt werden. Das erwähnt der Verband auch mit einem Satz in der Pressemitteilung: "Der Verhandlungsprozess stand im besonderen Interesse der Öffentlichkeit."


Und der Kassenverband schickt gleich nach: "Dem GKV-Spitzenverband war während der über sieben Monate andauernden Verhandlungen wichtig, im Sinne der betroffenen Patienten eine Einigung auf dem Verhandlungsweg herbeizuführen, die die differenzierte Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses angemessen abbildet."

Der Erstattungsbetrag gilt für drei Jahre. Zusätzlich zu dem rückwirkend ab dem 23. Januar 2015 geltenden Erstattungsbetrag ist eine Preisstaffelung vereinbart worden, die in den zwei folgenden Jahren zu weiteren Einsparungen führen soll, freut sich der Verband. Damit ist auch eine Entscheidung der eingeschalteten Schiedsstelle nicht mehr nötig. Was bedeutet, dass sich die beiden Parteien erst einmal zu lange gebraucht haben, um sich zu einigen.

Der vereinbarte Erstattungsbetrag  für eine Packung Sovaldi beträgt 14.520,84 Euro pro Packung. D. h. für eine zwölfwöchige Therapie ergeben sich 43.562,52 Euro. Der tatsächliche Zahlbetrag für die gesetzliche Krankenversicherung ergibt sich erst unter Abzug der gesetzlichen Herstellerabschläge.

Für die Preisverhandlungen wurde der differenzierte Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom 17. Juli 2014 herangezogen. Dort ist dem Wirkstoff Sofosbuvir für die Therapie der chronischen Hepatitis C bei ca. fünf Prozent der Patienten einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen anerkannt worden, ca. 35% der Patienten wurde ein Anhaltspunkt auf einen geringen Zusatznutzen zugesprochen und bei etwa 60% der Patienten gilt ein Zusatznutzen als nicht belegt.

Die Therapie der chronischen Hepatitis-C-Virusinfektion basiert derzeit auf einer Kombination aus verschiedenen Medikamenten. Sovaldi® wird u. a. in Kombination mit den Wirkstoffen Ribavirin und ggf. Peginterferon eingesetzt und ist seit dem 23. Januar 2014 in Deutschland im Verkehr.

Die Kassen betonen aber auch: "Wie immer, befreit der vereinbarte Erstattungsbetrag den verordnenden Arzt nicht von seiner Pflicht, generell jede Verordnung auf ihre Zweckmäßigkeit und Wirtschaftlichkeit hin zu prüfen. Die Wirtschaftlichkeit einer Verordnung richtet sich auch hier nach den Vorgaben in § 12 SGB V und dessen Konkretisierung durch die Richtlinien nach § 92 Abs. 1 SGB V."

12.02.15

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