Pharmahersteller gegen spectrumK

Der Pharmakonzern Hexal ist gegen die Vergabepraktik des Gesundheits-dienstleisters spectrumK vorgegangen. Sie sah vor, dass die Hersteller selbst Angebote zu Wirkstoffen abgeben sollten, telefonisch. Hexal, Sandoz und 1A Pharma monierten die mangelnde Transparenz und mahnten neben spectrumK auch sämtliche Mitgliedskassen ab.


Verträge über das gesamte Portfolio eines pharmazeutischen Herstellers soll es ab Ende April nicht mehr geben. Grund: Sie verstoßen gegen das Vergaberecht. 2012 wurde deshalb eine entsprechende AMG-Novelle auf den Weg gebracht, die künftig derartige Rabattverträge verbietet. Eigentlich.

Doch die Krankenkassen, die bereits seit 2009 Rabattverträge öffentlich ausschreiben müssen, versuchen seither, die Frist zwischen Patentablauf und Neuausschreibung des Wirkstoffs zu verlängern, um weiterhin von den Einsparpotenzialen zu profitieren. So werden selbst neue Wirkstoffe über Zusatzklauseln in bestehende Verträge aufgenommen und damit die Novelle umschifft.

Die Vorgehensweise von spectrumK sollte nach bewährtem Schema ablaufen, doch dagegen wehrte sich Hexal. Nach Angaben des Herstellers sei noch nicht einmal klar gewesen, welche Wirkstoffe betroffen seien und wie hoch der erwartete Rabatt gewesen sei. Ebenso unklar sei es gewesen, welche Kassen sich am Verfahren beteiligt hätten. Der Vorwurf also: Intransparenz.

Doch der BKK-Gesundheitsdienstleister zeigte sich unbeeindruckt und ignorierte die Kritik der Hersteller. Laut Hexal habe man sich deshalb mit einer Abmahnung direkt an die Kassen wenden müssen. Darin sollten diese erklären, dass sie den dynamischen Wirkstoffverträgen nicht beitreten. Die Unterlassungserklärung soll von allen Beteiligten abgegeben worden sein. Sollten dennoch rabattierte Arzneimittel am Markt auftauchen, behalte sich Hexal vor, weitere Rechtsmittel einzulegen.

Quellen: BMG; apotheke-adhoc.de; Logo: spectrumK 17.04.2013

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