2015: Das Jahr der Zusatzbeiträge?

Foto: AOK

Der GKV-Schätzerkreis - mit Vertretern aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG), Bundesversicherungsamt (BVA) und dem GKV-Spitzenverband - hat für das nächste Jahr ihre Schätzungen veröffentlicht: Der Gesundheitsfonds wird über 198,3 Mrd. Euro verfügen, der Bundeszuschuss wird auf 11,5 Mrd. beziffert. Demgegenüber stehen die geschätzten Ausgaben von 209,5 Mrd. Euro. Deswegen geht die Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, Doris Pfeiffer, davon aus, "dass künftig alle Kassen einen Zusatzbeitrag nehmen müssen…"


Und Pfeiffer begründet weiter: "… denn durch die Absenkung des allgemeinen Beitragssatzes entstehen der gesetzlichen Krankenversicherung Einnahmeverluste von elf Mrd. Euro, gleichzeitig steigen die Leistungsausgaben weiter. Die Finanzierungslücke kann nur über die Zusatzbeiträge geschlossen werden."

Von den Kassen sind die Schätzungen des BVA mit Spannung erwartet worden, weil ab neuem Jahr das "Gesetz zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und der Qualität in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-FQWG)" greift. Der allgemeine Beitragssatz wird dann von 15,5% auf 14,6% sinken. Die Hälfte, 7,3%, trägt der Arbeitnehmer, die andere Hälfte trägt der Arbeitgeber. Der bisherige mitgliederbezogene Beitragssatzanteil von 0,9 Prozentpunkten entfällt.

Das BMG will damit den Wettbewerb unter den Kassen einheizen: "Stattdessen können die Krankenkassen künftig einkommensabhängig Zusatzbeiträge erheben. Dadurch wird die Beitragsautonomie der einzelnen Krankenkassen gestärkt. Gleichzeitig wird durch eine Weiterentwicklung des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs die Zielgenauigkeit der Zuweisungen, die die Krankenkassen aus dem Gesundheitsfonds erhalten, verbessert."

Der Wettbewerb scheint laut Pfeiffer nun so auszusehen, dass die Versicherten die Kasse je nach Höhe des Zusatzbeitrages wählen können.

Foto: AOK 17.10.14

powered by webEdition CMS