Stiftung Gesundheitswissen gegründet

Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) will sich in die Diskussion um den mündigen Patienten im Gesundheitswesen einbringen. Die von der PKV gegründete ‚Stiftung Gesundheitswissen‘ "will die Versorgungsqualität aller Menschen in Deutschland durch eine Stärkung der Patientenkompetenz verbessern… Sie wird allen Patienten verständ­liche Entscheidungshilfen über Diagnostik- und Therapie-Möglichkeiten anbieten, die auf wissenschaftlicher Grundlage erarbeitet werden."

So führt die PKV ins Feld, dass "Studien belegen, dass das Gesundheitswissen in Deutschland im internationalen Vergleich unterentwickelt ist. Zwar gibt es vor allem im Internet ein unüberschaubares Informationsangebot, doch es fehlt an unabhängigen, qualitätsgesicherten und laienverständlichen Inhalten. Oft ist für Patienten nicht erkennbar, ob die Informationen dem international anerkannten Stand des Wissens entsprechen. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen fordert daher eine unabhängige Quelle für Gesundheitswissen."

Die Stiftung fühlt sich "auf die Methoden der evidenzbasierten Medizin, die Garant für größt­mögliche Transparenz" verpflichtet. Bis Ende diesen Jahres sollen erste Projekte veröffentlicht werden. Eine Website gibt es noch nicht. Der PM-Report hat nachgefragt und wartet noch auf mehr Informationen, die wir dann nachreichen.

Wirklich viel Neues gibt es von Sarah Walter, Pressereferentin im PKV-Verband, dann nicht: "Es sind noch nicht alle Vorarbeiten der „Stiftung Gesundheitswissen“ abgeschlossen, sodass wir derzeit noch keine detaillierten Angaben zur künftigen Besetzung machen können. Über die Mitglieder des künftigen Stiftungsrates wird erst nach Dienstantritt der hauptamtlichen Leitung entschieden.
 Ziel der Stiftung ist es, das verfügbare Gesundheitswissen auf Basis medizinisch-wissenschaftlicher Expertise für Patienten in geeigneten Formaten aufzubereiten. Dabei arbeitet die Stiftung unabhängig und unter Einhaltung von Methoden der evidenzbasierten Medizin. Die Patienteninformationen stellt die Stiftung allen Bürgern kostenlos zur Verfügung, u.a. in einem entsprechenden Internet-Portal.
Aufgrund ihrer Unabhängigkeit wird die Stiftung selbst darüber entscheiden, welche Projekte und Themen sie zukünftig schwerpunktmäßig behandelt.
Die Stiftung wird ihre Arbeit in der zweiten Jahreshälfte aufnehmen. Dann wird auch die Öffentlichkeit entsprechend informiert werden."

Den Ansatz des unabhängigen und verständlich dargebrachten Gesundheitswissens verfolgt im übrigen auch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). Die Aufgabe "für alle Bürgerinnen und Bürger verständlichen allgemeinen Informationen zur Qualität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung sowie zu Diagnostik und Therapie von Krankheiten mit erheblicher epidemiologischer Bedeutung" bereitzustellen, hat der Gesetzgeber formuliert und ist in § 7 der Stiftungssatzung festgehalten. Das IQWIG betreibt die Plattform gesundheitsinformation.de.


 

18.06.15

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