Präventionsbericht 2014

Der GKV-Spitzenverband hat den Präventionsbericht vorgestellt. Der passt gerade zeitlich ganz gut, da momentan das geplante Präventionsgesetz diskutiert wird. Die Kassen proklamieren für sich, dass sie in 2013 "ihr Engagement für die Gesundheitsförderung und Prävention noch einmal intensiviert" hat. Gernot Kiefer, Vorstand des GKV-Spitzenverbandes, sieht aber nicht nur die Kassen in der Pflicht:  "... Allerdings können die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung nicht alles abdecken, was notwendig ist, um insgesamt gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen in Deutschland zu schaffen. Prävention ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, in die alle verantwortlichen Akteure eingebunden werden müssen."


Das sieht nun der Referentenentwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention (Präventionsgesetz - PrävG) vor - also, dass Krankenkassen "mit den Akteuren der Präventions- und Gesundheitsförderung auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene eng zusammenarbeiten" sollen. BARMER GEK Vorstandsvize Dr. Rolf-Ulrich Schlenker begrüßt das zwar, aber er fordert ein: "Gesamtgesellschaftliches Denken darf aber nicht nur für Ziele gelten. Wir müssen gemeinsam für die Kosten einstehen, die zum Beispiel ein sinnvoller Ausbau der lebensweltbezogenen Prävention erfordert." So wird in dem Gesetz geplant, dass ab 2016 die Kassen pro Versicherten mindestens sieben Euro ausgeben müssen.

Im vergangenen Jahr haben die gesetzlichen Krankenkassen 267 Mio. Euro für Primärprävention und Gesundheitsförderung ausgegeben. In 2012 waren es ca. 238 Mio. Euro. Im Schnitt gaben die Kassen 3,82 Euro pro Versichertem für gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen aus. Der gesetzlich vorgeschriebene Richtwert liegt bei 3,01 Euro.

Rund 10.000 Betriebe haben die gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2013 mit Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) unterstützt – das sind 21% mehr als im Jahr 2012. Erreicht werden konnten so direkt rund 1,1 Mio. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Insgesamt gaben die Krankenkassen hierfür 54 Mio. Euro aus (in 2012: 46 Mio. Euro, +18%). Fast die Hälfte aller Maßnahmen in den Betrieben befasste sich dabei mit der Förderung individueller Kompetenzen zur Stressbewältigung am Arbeitsplatz.

Für gesundheitsfördernde Projekte in Lebenswelten wie in Wohngebieten, Kindertagesstätten und Schulen - den sogenannten Settings - haben Kassen 30 Mio. Euro investiert und so rund 2,6 Mio. Menschen direkt erreicht. "Der Schwerpunkt wurde gezielt auf Bildungseinrichtungen gelegt, um die gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen von Heranwachsenden langfristig positiv beeinflussen zu können. In über der Hälfte aller Maßnahmen profitierten Kinder in Kindergärten oder Kitas von den Präventionsmaßnahmen, knapp ein Drittel (32%) aller Kitas wurde von den Krankenkassen mit Maßnahmen zur Gesundheitsförderung unterstützt", loben sich die Kassen.

Kursangebote, die sich an einzelne Versicherte wenden und sich mit Bewegungsförderung, Stressbewältigung, Ernährung und Raucherentwöhnung befassen, sind wieder stärker im Kommen. Die Teilnehmerzahlen bei diesen Kursen stiegen im Jahr 2013 um 10% auf 1,5 Mio. Dafür gaben die Krankenkassen
183 Mio. Euro und damit 11% mehr als im Vorjahr aus.

Foto: AOK-Mediendienst 28.11.14

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