Der teure Umzug der EMA

Foto: Website EMA

Die European Medicines Agency (EMA) hat kürzlich bekannt gegeben, dass sie für die Büroräume in London eine Lösung gefunden hat. Gleichzeitig wurden die Kosten für den Umzug nach Amsterdam bekannt.

Die durch den Brexit verursachten Kosten für den Umzug der EMA von London nach Amsterdam werden wohl 87 Mio. Euro betragen. Das geht aus einem Antwortschreiben des Bundesgesundheitsministeriums auf eine Anfrage des FDP-Abgeordneten Wieland Schinnenburg hervor. Der Betrag soll sich auf die Jahr 2018 bis 2020 verteilen. Nach Ansicht des Ministerium ist das Vereinigte Königreich verpflichtet, die Kosten anteilig zu tragen. Das bedeutet, dass die Briten 11,9% Prozent der der EU entstehenden Kosten übernehmen müssten.

Ein erhebliches Risiko besteht in der langfristigen Miete der Büroräume in London, 30 Churchill Place. Die dort zur Verfügung stehenden 26.450 m2 waren langfristig bis zum Jahr 2039 angemietet und beinhalteten keine vorzeitige Kündigungsklausel. Gegenüber dem Vermieter, der Canary Wharf Group, machte die EMA geltend, dass durch den Brexit des englischen Staates eine unvorhergesehenes Ereignis stattgefunden und sich damit die Basis für den Mietvertrag verändert habe. Das mache es unmöglich, ihn zu erfüllen.


In einem Gerichtsverfahren, in dem es um den Streitwert von 500 Mio. engl. Pfund ging, unterlag die EMA. Die Richter begründeten ihre Entscheidung laut „The Guardian" in einem 95-seitigen Urteil: „Der Übergang Großbritanniens zu einem Nicht-EU-Mitglied begründet kein Verhinderungsereignis."


Mittlerweile ist in WeWork ein Nachmieter gefunden. Das Unternehmen, das Coworking-Büros anbietet, wird als Untermieter der EMA fungieren und will im Dezember 2019 eröffnen. Den Rechtsstreit mit Canary Wharf Group hat die EMA beigelegt, die Klage wurde zurück gezogen.

Foto: Website EMA; PM 25.7.2019

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