Vfa und Leem: Gemeinsame Position zur Nutzenbewertung

Foto: EU, Christian LambiotteDie beiden größten europäischen Pharmaverbände aus Frankreich ("Les Entreprises du médicament en France" - Leem) und Deutschland („Verband forschender Arzneimittelhersteller" - vfa) haben ein Positionspapier* zur europäischen Nutzenbewertung vorgelegt. Damit sprechen erstmalig die Vertreter der zwei wichtigsten Märkte in Europa mit geeinter Stimme. Die europäische Nutzenbewertung sei dafür ein gutes Thema, denn sie betreffe die Einheitlichkeit europäischer Versorgungsstandards.

Das Positionspapier, das auf den Juli 2020 datiert, stellt fest, dass Europa eine starke und vereinte Stimme benötige, um seine Wettbewerbsfähigkeit zu demonstrieren und zu zeigen, dass es seine Exzellenz weiter expandieren wolle. Dazu gehöre auch die Zusammenarbeit nationaler Institutionen, beim Verstehen und der Bewertung des klinischen Nutzens.


Ein berechenbarer und harmonisierter HTA-Prozess in Europa spiele für die Pharmaindustrie eine zentrale Rolle, um im Angesicht wachsender therapeutischer Optionen wettbewerbsfähig zu bleiben. Leem und vfa treten für eine effiziente europäische Zusammenarbeit ein, die zu gemeinsamen Qualitätsstandards führt und Doppelarbeit vermeidet.


Eine verstärkte europäische HTA-Kooperation soll erreichen:
•gemeinsame wissenschaftliche Konsultationen als ein Instrument, um eine hochwertige Evidenzbasis für Europa sicher zu stellen,
•Harmonisierung durch eine gemeinsame Bewertung neuer Medikamente,
•entwickeln von Synergien und vermeiden von doppelter Arbeit.


Ein derartiges Vorgehen widerspreche nicht nationalen Preis- und Erstattungssystemen. Die Preis- und Erstattungsentscheidungen verbleiben in der jedes Mitgliedsstaates. Die beiden Verbände sind davon überzeugt, dass ein europaweites, gemeinsames Bewertungsverfahren, viele Vorteile für die Gesundheitssysteme in Europa bringen würde. Eine Kooperation der europäischen Staaten baue auf Vertrauen auf, das zu einem neuen System klinischer Nutzenbewertung führen sollte.



Philippe Lamoureux, Generaldirektor von Leem, betont: „Das deutsch-französische Tandem war immer der Motor des europäischen Aufbauwerks. Es ist besonders wichtig, und ich freue mich darüber, dass unsere beiden Verbände im aktuellen Kontext eng zusammenarbeiten und ihre gemeinsame Position zum Ausdruck bringen". Und Han Steutel, Präsident des vfa, pflichtet dem bei: „Europas Zukunftsbranchen, und dazu gehört die forschende Pharmaindustrie, stehen im scharfen Wettbewerb mit den USA und China. Wollen wir bestehen, müssen wir als Europäer zusammenrücken und zusammen erledigen, was sich gemeinschaftlich erledigen lässt: Fangen wir gleich mit der europäischen Nutzenbewertung an!"
*Quelle: Leem & vfa joint position on European cooperation on HTA; Foto: EU, Christian Lambiotte; PM 7-31-2020

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