Ärzte fordern passgenauere Programme für Patienten

In einer Studie mit 100 Ärzten der Fachrichtung Neurologie hat smartpatient gefragt, ob die aktuell angebotenen Patientenunterstützungs- programme den Bedürfnissen der Praxis entsprechen. Und ob das quartalsweise Telefonat im Jahr 2015 noch zeitgemäß ist. Nein, ist die einstimmige Antwort. Weil das Medium Telefon und ein produktnah gebrandetes Programm als eben nicht zeitgemäß gesehen wird. Dafür sollte es produktneutralen und mittels digitaler Technologien täglichen Patientensupport geben.

Für 100% der Befragten ist Adhärenz einer der wichtigsten Faktoren für den Therapieerfolg. Deswegen schätzen sie Programme, die Patienten während ihres Therapieverlaufs unterstützen und so die Adhärenz steigern. Die Aufgaben der Patientenunterstützungsprogramme sind für die Ärzte eigentlich ganz klar: Für 83% ist die Erinnerung an Medikamente die wichtigste Eigenschaft eines Supportprogramms. Für die meisten Ärzte sollten solche Erinnerungen täglich erfolgen – und nicht alle paar Wochen, wie im Falle telefonischer Betreuung. An zweiter und dritter Stelle stehen Informationen über das Medikament (74%) und über die Krankheit (69%), die von den Patientenunterstützungsprogrammen bereitgestellt werden sollten.

62% finden, dass ein Patientensupportprogramm ein Gesundheitstagebuch beinhalten sollte, in dem Patienten beispielsweise Messwerte oder Symptome festhalten können. Als weniger wichtig sehen die Ärzte Funktionen wie eine Patienten-Community (39%) oder eine Ärztebewertung (26%).

Doch nur 28% der Ärzte sind der Meinung, dass die Industrie eigene Programme anbieten sollte. Dagegen würden es 94% der Ärzte begrüßen, wenn die Industrie unabhängige und produktneutrale Angebote unterstützen würde.


 

PM 19-2015


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