IoT-Strategie-Studie

Die Studie "Wettbewerbsfaktor Analytics im Internet der Dinge" der Universität Potsdam in Zusammenarbeit mit SAS bescheinigt dem Gesundheitswesen Nachholbedarf: Nur rund ein Drittel der Unternehmen in dem Bereich beschäftigt sich mit IoT (Internet of Things). Michael Probst, Director Global Business Development, IoT bei SAS, schätzt die Situation so ein: "So präsent das Thema IoT in den Medien und auf Messen auch ist: Unternehmen haben erst begonnen, operative Erfahrungen bei der IoT-Nutzung zu sammeln. Fehlendes Know-how, Sicherheitsaspekte und die Höhe des Implementierungsaufwands sind die typischen Hürden..."

Der Studie zufolge setzen sich 43,5% der befragten Unternehmen (43,5%) mit dem Thema IoT auseinander. Bei Unternehmen in den Branchen Handel und Gesundheitswesen  sind 35 bzw. 38%. Aber die Befragten im Gesundheitswesen gaben an, dass sie der Überwachung der Vitaldaten über Wearables ein hohes Potenzial zugeschreiben. IoT kann vor allem die stationäre Infrastruktur entlasten und die Überwachung und Therapie in den ambulanten Bereich verlagern, erhoffen sich die Befragten von der neuen Methodik. Über die Erhebung von gesundheitlichen Langzeitdaten und den Abgleich der Vitaldaten mit bekannten Mustern lassen sich individuelle Behandlungs- und Pflegepläne effizienter gestalten. Ein wichtiger Punkt sind auch die Überwachung von Risikopatienten und die zeitnahe Alarmierung bei Notfällen, meinen die Befragten.

Doch warum ist IoT dann noch kein Thema? Für 63% der Unternehmen deswegen, weil für sie die konkrete Bewertung dieses Nutzens zweifelhaft ist. Das Fehlen technischer Standards (60%) und geeigneter Plattformen zur Datenintegration (47%), Kosten für die zusätzliche Infrastruktur zur Vernetzung (40%) sowie Bedenken bei Datenschutz (40%) und Datensicherheit (33%) sind die ausschlaggebenden Herausforderungen in IoT-Projekten für alle Studienteilnehmer.
Befragt nach dem Potenzial von IoT nennt die Hälfte der Umfrageteilnehmer die Entwicklung neuer Produkte und Dienstleistungen, 40% bewerten Effizienzsteigerungen als stärksten Effekt.

IoT-Projekte zur Produkt- und Dienstleistungsentwicklung befinden sich bei Fertigung, Handel und Gesundheitswesen in der Regel noch in der Testphase (16%) oder in der prototypischen Implementierung (10,5%).


Zur Studie:
Ein Team des Lehrstuhls für Wirtschaftsinformatik der Universität Potsdam befragte knapp 5.800 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Branchen nach Potenzialen und Hindernissen der IoT-Nutzung. Ziel ist es, die Durchdringung der einzelnen Branchen mit dieser neuen Technologie zu untersuchen, die jeweiligen Handlungsfelder zu identifizieren sowie die Erwartungen zu erfragen.
Die komplette Studie steht hier zum Download (aber erst Angabe von einigen persönlichen Daten notwendig) bereit.


Thilo Kölzer, Vorstand antwerpes ag, zu Internet-of-Things in der Pharmapedia-Reihe.

PM 20-2016


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