Den Bio­si­mi­lars-Mark­t för­dern

Die Deut­sche So­zi­al­ver­si­che­rung Ar­beits­ge­mein­schaft Eu­ro­pa e.V. findet, dass Biosimilars das Potenzial haben, “den eu­ro­päi­schen Arz­nei­mit­tel­markt nach­hal­tig zu be­ein­flus­sen” und einen “gu­ten Bei­trag so­wohl in der The­ra­pie von schwer­wie­gen­den Er­kran­kun­gen als auch bei der Kos­ten­dämp­fung der Arz­nei­mit­tel­prei­se zu leis­ten.” Und die Versicherungen formulieren ihre Forderung: Bei che­misch-syn­the­ti­schen Arz­nei­mit­teln soll die be­währ­te Sub­sti­tu­ti­ons­pflicht bei Ab­ga­be in der Apo­the­ke grund­sätz­lich auf bio­lo­gi­sche Arz­nei­mit­tel ausgeweitet werden, um die Wirt­schaft­lich­keit der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung zu ver­bes­sern.


Die Träger der Gemeinschaft sind die Gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung, die Gesetzliche Rentenversicherung un die Gesetzliche Unfallversicherung. Die jeweiligen Spit­zen­ver­bän­de der Ver­si­che­rungen ha­ben sich mit Blick auf ihre ge­mein­sa­men eu­ro­pa­po­li­ti­schen In­ter­es­sen zur "Deut­schen So­zi­al­ver­si­che­rung - Ar­beits­ge­mein­schaft Eu­ro­pa e.V." (DS­VAE) zu­sam­men­ge­schlos­sen. Und natürlich haben die Versicherungen auch die Kosten im Blick.

Um die Kosten für Arzneimittel zu senken, sollte “aus Sicht der Kran­ken­ver­si­che­run­gen die Ver­brei­tung preis­güns­ti­ger Arz­nei­mit­tel auch im Seg­ment bio­tech­no­lo­gisch her­ge­stell­ter Arz­nei­mit­tel ge­för­dert wer­den. Die Ver­füg­bar­keit von mehr Bio­si­mi­lars för­dert den EU-wei­ten Wett­be­werb und könn­te zu nied­ri­ge­ren Prei­sen füh­ren. Rasch ver­füg­ba­re und güns­ti­ge­re Bio­si­mi­lars kön­nen durch Lo­cke­rung na­tio­na­ler Vor­schrif­ten für die Ver­schrei­bung bio­lo­gi­scher Arz­nei­mit­tel Pa­ti­en­ten den Zu­gang zu Arz­nei­mit­tel­the­ra­pi­en er­leich­tern und stei­gern die Trag­fä­hig­keit der na­tio­na­len Ge­sund­heits­sys­te­me. Das kommt ins­be­son­de­re den är­me­ren Mit­glied­staa­ten ent­ge­gen. Ein­spa­run­gen im Ge­sund­heits­we­sen kön­nen wie­der­um zur Fi­nan­zie­rung von zu­künf­ti­gen Fort­schrit­ten im Ge­sund­heits­we­sen ver­wen­det wer­den.”

Die Verschreibung von preis­güns­ti­gen Bio­si­mi­lars sollte aber auch forciert werden. Bisher gebe es eine “ten­den­zi­ell ge­rin­ge Be­reit­schaft in der Ärz­te­schaft Bio­si­mi­lars zu ver­ord­nen”, kritisiert die Gemeinschaft. So sollten die “Ärzte ver­stärkt mo­ti­viert und über die gleich­wer­ti­ge Wirk­sam­keit und Si­cher­heit so­wie ak­tu­el­le In­for­ma­tio­nen über preis­güns­ti­ge­re Bio­si­mi­lars auf­ge­klärt wer­den… Zu­dem müs­sen ge­zielt An­rei­ze für eine wirt­schaft­li­che Ver­ord­nungs­wei­se im Be­reich der bio­lo­gi­schen Arz­nei­mit­tel ge­setzt wer­den”, lautet die Lösung.

Auf Ebe­ne der Apo­the­ken wird nur in be­stimm­ten Fäl­len eine aut-idem Sub­sti­tu­ti­on von bio­lo­gi­schen Arz­nei­mit­teln durch passende Bio­si­mi­lars vorgenommen. Deswegen schweben den Versicherungen vor, dass die EMA das konkret empfiehlt:  “Es ob­liegt der je­weils zu­stän­di­gen Be­hör­de in­ner­halb der ein­zel­nen EU-Mit­glied­staa­ten fest­zu­le­gen, ob der Arzt oder der Apo­the­ker den Ein­satz von Bio­si­mi­lars ent­schei­det und wie die Pa­ti­en­ten an der Ent­schei­dungs­fin­dung be­tei­ligt wer­den.”  

Die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on will das The­ma Bio­si­mi­lars wei­ter auf EU-Ebe­ne dis­ku­tie­ren und hat Anfang Mai zu einem Sta­ke­hol­der Work­shop eingeladen. 

 

PM-eReport 8/2017


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