Elektronische Patientenakten: “zentrale technologische Hebel für eine vernetzte Versorgung”

Die Deut­sche So­zi­al­ver­si­che­rung Ar­beits­ge­mein­schaft Eu­ro­pa e.V. findet, dass Biosimilars das Potenzial haben, “den eu­ro­päi­schen Arz­nei­mit­tel­markt nach­hal­tig zu be­ein­flus­sen” und einen “gu­ten Bei­trag so­wohl in der The­ra­pie von schwer­wie­gen­den Er­kran­kun­gen als auch bei der Kos­ten­dämp­fung der Arz­nei­mit­tel­prei­se zu leis­ten.” Und die Versicherungen formulieren ihre Forderung: Bei che­misch-syn­the­ti­schen Arz­nei­mit­teln soll die be­währ­te Sub­sti­tu­ti­ons­pflicht bei Ab­ga­be in der Apo­the­ke grund­sätz­lich auf bio­lo­gi­sche Arz­nei­mit­tel ausgeweitet werden, um die Wirt­schaft­lich­keit der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung zu ver­bes­sern.


Die Hauptkritik in dem “Pamphlet” lautet, dass "die derzeitige fragmentierte Organisationsform des Gesundheitswesens optimale Qualität, Wirtschaftlichkeit und Patientensicherheit verhindert."

Forderungen sind u.a.:

  • Eine einrichtungsübergreifende Informationstransparenz zur Patientensituation verbessert die Entscheidungsfähigkeit der  Leistungserbringer, die patientenzentrierte Versorgung sowie die Patientensicherheit.

  • Aufbau und Einsatz einer nationalen Patientenakten-Infrastruktur ist quasi eine ethische Notwendigkeit.

  • Kernelement der individuellen patientenzentrierten umfassenden Gesundheitsversorgung werden in Zukunft einrichtungsübergreifende Elektronische Patientenakten bzw. eEPA-Systeme mit vielfältigen Funktionalitäten sein, die Patienten, Ärzte, Pflegekräfte und andere Heilberufe unterstützen.

  • eEPA-Systeme, die nur Informationen verwalten, zielen zu kurz, sie müssen eine gesamtheitliche Unterstützung von Patienten  und Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten etc. ermöglichen – ggf. indikationsspezifisch ausgeprägt.

  • Gesundheitsselbstmanagement, Patientenselbstmanagement und Patienten-Empowerment werden zu wichtigen Säulen des Gesundheitssystems.

  • eEPA-Systeme müssen Methoden unterstützen und Werkzeugezur Verfügung stellen, mittels derer die Patienten in Erlangung und Erhalt ihrer Souveränität unterstützt werden.



Elektronische Patientenakten sind zentrale instrumentelle Grundlage für die digitale Transformation (der Kommunikation) im Gesundheitswesen, eine Art „Hub“ für digitale Prozessinnovationen, betont die Bertelsmann Stiftung.
Die Akte wäre Plattform für
    •    Tele-Konsile zwischen Ärzten,
    •    das Einspeisen und die Überwachung von Daten aus dem Telemonitoring,
    •    die digitale Kommunikation zwischen Patienten und Leistungserbringern, z. B. in Form von Videosprechstunden,
    •    die Einholung von Zweitmeinungen durch den Patienten,
    •    das Management von selbst gemessenen Daten oder
    •    die Vermittlung von evidenzbasierten Gesundheitsinformationen.

Timo Thranberend, Senior Project Manager Bertelsmann Stiftung, sieht gerade beim letzt genannten Punkt große Möglichkeiten: “Insbesondere an Letzterem wird deutlich, warum die elektronische Patientenakte so geeignet als Plattform ist: Hier, wo die Informationen zum Gesundheitszustand eines Patienten zusammenfließen und der weitere Behandlungsprozess geplant wird, entsteht der Informationsbedarf. Hier könnten – ohne „Umweg“ einer Suchmaschinen-Recherche durch den Patienten – evidenzbasierte Informationsangebote kontextsensitiv abgerufen werden. Als Beispiel: In der Akte liegt ein Befund und der Arzt gibt darauf basierend eine Behandlungsempfehlung. Im Idealfall kann sich der Patienten den Befund direkt laiensprachlich übersetzen lassen, sich eine erklärende Gesundheitsinformation oder eine Entscheidungshilfe anzeigen lassen. Diese wiederum bespricht er dann mit seinem Arzt; zum Beispiel in einer Videosprechstunde.”


Der gesamte Beitrag unter:
https://blog.der-digitale-patient.de/elektronische-patientenakten-basis-behandlungsmanagement/

Der Bericht von Prof. Haas unter:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/VV_eEPA_Expertise_final.pdf

PM-eReport 8/2017


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