Deutsche wollen mehr im Gesundheitssystem mitbestimmen

Bei der Umfrage "Transparenz von Kassenleistungen" des IMWF - Institut für Management- und Wirtschaftsforschung stellte sich heraus, dass zwar für einen Großteil nicht ganz klar ist, wer über die Leistungsansprüche von gesetzlich Versicherten entscheidet. Wenige kennen den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) und dass er das Organ ist, welches erheblichen Anteil am Leistungskatalog hat. Dennoch wollen 76% der Befragten, dass sie mehr mitbestimmen können durch z. B. Patientenvertreter oder Vertreter von Betroffenenverbänden.


Ein ziemlicher Widerspruch: 7% wissen, dass die Leistungsansprüche für Medikamente und Heilmittel der gesetzlich Versicherten, die nicht bereits gesetzlich geregelt sind, vom G-BA festgelegt werden. 35% hat überhaupt keine Vorstellung davon, welches Organ über die Leistungsansprüche entscheidet und etwa 31% dachten, dass die Zuständigkeit dafür beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen liegt. 24% sind davon ausgegangen, dass das Bundesgesundheitsministerium entscheidet. Und obwohl der Mehrheit der G-BA kein Begriff ist, haben die meisten Befragten das Gefühl, grundsätzlich nicht ausreichend repräsentiert zu werden: Sie wünschen sich durch Patientenvertreter oder Vertreter von Betroffenenverbänden im G-BA vertreten zu werden. Diese sind zwar schon in den Gremien und bei den Sitzungen anwesend, können auch Anträge einbringen und mit beraten, haben aber keinen Einfluss auf die getroffenen Entscheidungen. 76% möchten die Entscheidungsprozesse im Gesundheitssystem breiter verankern, indem Patientenvertreter oder Betroffenenverbände im G-BA eben doch ein Mitbestimmungsrecht erhalten. Bei den 18- bis 29-Jährigen sprechen sich 69% dafür aus - in der Generation 60Plus sind es 82%.



Hintergrund:
Für die Studie "Transparenz von Kassenleistungen" wurden in einer fürdie deutsche Bevölkerung repräsentativen Umfrage 1.000 Bundesbürger ab 18 Jahren online befragt.
Weitere Informationen unter www.imwf.de

PM-eReport 9/2017


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