Value-Based Health Care: Ergebnisse, die Patienten wirklich nützen

Foto: Titel Report, EIT Health EIT (European Institute of Innovation & Technology) Health hat einen Report* zu 'Value-Bades Health Care' für Europa veröffentlicht. Damit soll ein klar strukturierter Rahmen definiert werden, der eine erfolgreiche und nachhaltige Einführung und Umsetzung von VBHC zur Unterstützung der Leistungsträger im Gesundheitswesen in ganz Europa ermöglicht.

Value-Based Health Care, VBHC, zu deutsch etwa wertebasierte Gesundheitsversorgung, soll der Definition zur Folge „Ergebnisse liefern, die für den Patienten wirklich wichtig sind". Bisher werde die Umsetzung durch das Fehlen transparenter und standardisierter Outcomes-Data sowie mangelnder Klarheit der Definition behindert.

Anstelle der traditionellen volumenbasierten Gesundheitsversorgung, die auf dem Modell der "fee-for-product" oder "fee-for-service" beruht, biete VBHC eine Methodik für messbare Gesundheits- und Versorgungsergebnisse, die für die Patienten den größten Unterschied ausmachen und gleichzeitig die Kosteneffizienz innerhalb der Gesundheitsdienste steigern würden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) schätzen, dass etwa 30% der derzeit für die Gesundheitsversorgung aufgewendeten Ressourcen für vermeidbare Komplikationen, unnötige Behandlungen oder administrative Ineffizienz verschwendet werden.


Laut EIT (eine unabhängige Einrichtung der EU, die 2008 gegründet wurde, um Innovation und Unternehmertum in ganz Europa zu fördern) zielt der Report darauf ab, den Wandel in Richtung messbare Werte anzustoßen und damit nachhaltigere Modelle zu unterstützen. Ein wichtiger Meilenstein dahin ist der Einsatz von Patient reported Outcome Measures (PROMs). In dem Report wird die Ansicht geäußert, dass PROMs ein kraftvolles Instrument sind, weil sie risikoabhängige Bewertungen liefern, die qualitative Symptome in ein numerisches Notensystem überführt und damit verständlicher und verwertbarer macht.


PROMs messen die Lebensqualität, die für die meisten Patienten der Grund für die Nachfrage nach Diagnose, Therapie und Versorgung ist. Die daraus ableitbaren Benchmarks könnten das zu einem Entdecken ungeeigneter Behandlungen und einer Reduzierung unnötiger Gesundheitsversorgungsmaßnahmen führen.


Der Report wurde unter der Leitung von Professor Gregory Katz am Lehrstuhl für Innovation & Werte im Gesundheitswesen an der Medizinischen Fakultät der Universität Paris auf Basis der Erkenntnisse etablierter Pioniere auf diesem Gebiet entwickelt. Der Report basiert auf mehreren VBHC-Fallstudien aus einigen der führenden europäischen Gesundheitsorganisationen, darunter Santeon, Universitätsspital Basel, Akademisches Krankenhaus Uppsala, Martini-Klinik, Neues Karolinska-Krankenhaus, Diabeter, Niederländisches Herzregister, Gla:d, Menzis und NHS Wales.


Merkt Professor Gregory Katz, Chair of Innovation & Value in Health at the University of Paris School of Medicine, an: „Heute entscheiden sich die Pioniere der VBHC in Europa dafür, mutige Maßnahmen zu ergreifen, um die Ergebnisse der Patienten zu messen, zu vergleichen und zu verbessern. Diese Dynamik entsteht hauptsächlich von 'unten nach oben', durch unternehmerische Initiativen. Da die Versorgungsergebnisse zwischen therapeutischen Ansätzen und innerhalb der Ärzteteams stark variieren, ermöglichen transparente Ergebnis-Benchmarks die Identifizierung medizinischer Innovationen sowie die Reduzierung unzureichender Versorgung. Es gibt gute Gründe, ungeduldig auf die Verbesserung der Gesundheitsversorgung durch VBHC zu warten, aber es gibt auch Gründe, bescheiden zu sein. VBHC steckt noch in den Kinderschuhen und eine erfolgreiche Umsetzung braucht Zeit. Ein VBHC-Pionier zu werden, eröffnet die Möglichkeit, proaktiv zu lernen und eine Vorreiterrolle in einer zukünftigen patientenorientierten Versorgung einzunehmen."


Anmerkung: EIT Health Germany ist eines von insgesamt sechs EIT Health-Zentren in Europa und betreut in Deutschland, Österreich und der Schweiz zurzeit 36 Partner aus Industrie, Forschung und Lehre, u.a. ROCHE, Abbvie, das Karlsruhe Institute of Technology (KIT), die Universität Heidelberg, aber auch Start-ups und KMUs bei der Entwicklung von bahnbrechenden Innovationen im Gesundheitswesen.


 

*Quelle: "Implementing Value-Based Health Care: Handbook for Pioneers“, befragt wurden 240 VBHC-Pioniere aus 22 Ländern Europas; Foto: Titel Report, EIT Health; PM 10-2020-2


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