Wie lange müssen Patienten auf neue Therapien warten?

Grafik: IQVIA In den Mitgliedsländern der EU dauert es unterschiedlich lange, bis Patienten Zugang zu neuen Medikamenten bekommen. IQVIA hat jetzt den EFPIA Patients W.A.I.T. Indicator 2019 Survey (Patients Waiting to Access Innovative Therapies) vorgelegt, der zum einen die „rate of availability" und zum anderen die „average time between marketing authorisation and patient access" misst. Die Studie bezieht sich auf insgesamt 172 zwischen dem 1. Januar 2015 und dem 31. Dezember 2018 zugelassene Produkte, davon 43 onkologische Präparate, 54 Orphan Drugs und 39 nicht-onkologische Orphan Drugs sowie 34 Kombinationspräparate.

Das Ergebnis der Studie zeigt, dass die Verzögerung zwischen der Marktzulassung und dem Zugang der Patienten in Nord- und West-Europa zwischen 100 und 350 Tagen rangiert, in den südlichen und östlichen Ländern der EU dagegen zwischen 600 und 850 Tagen. Und selbst in den einzelnen Ländern gibt es unterschiedliche Zugangsgeschwindigkeiten. So variiert z.B. die Verzögerung in Schottland zwischen 159 und 1789, in Österreich zwischen 24 und 1689 und in Estland zwischen 52 und 1657 Tagen.
Grafik: IQVIAGrafik: IQVIA

Im Vergleich des W.A.I.T.-Indicator 2019 mit dem von 2018 (von 2014 bis 2017) ist die Verfügbarkeit neuer Medikamente zwar bei 54% der Länder gestiegen, doch bei 94% ist die Zeit bis zur Verfügbarkeit gestiegen. In Deutschland ist Zahl der verfügbaren neuen Medikamente von 2018 (86%) zu 2019 (85%) leicht gefallen. Und die Zeit, bis die neu zugelassenen Arzneimittel beim Patienten tatsächlich ankommen, von 119 (218) auf 127 (2019) gestiegen.


In Bezug auf onkologische Produkte ist die Verfügbarkeit in 88% der Länder gestiegen. In den Ländern Deutschland, Frankreich, England, Niederlande, Belgien, Bulgarien und Rumänien liegt die Verfügbarkeit onkologischer Präparate um mehr als 10% höher im Vergleich mit allen neuen Medikamenten. Die Verzögerung zwischen Marktzulassung und Patientenzugang beträgt bei onkologischen Präparaten zwischen 2,5 Monaten und 2,5 Jahren.


Bei Orphan Drugs liegt die Verfügbarkeit in 80% der Länder unter der im Vergleich aller neu zugelassenen Produkte. Nur in Deutschland, England, Schweiz, Griechenland und Frankreich liegt sie im Vergleich höher. Die Verzögerung zwischen Zulassung und Zugriff rangiert europaweit zwischen 3,7 Monaten und 3,2 Jahren. 15% der europäischen Länder haben im übrigen überhaupt keinen Zugang zu Orhan Drugs.


Von den Kombinationspräparaten betreffen 40% die Diagnosen HIV oder Hepatitis C. In 82% der EU-Länder ist die Verfügbarkeit von Kombinationspräparaten höher als für die Gesamtheit aller neuen Medikamente. In über 75% liegt die Verzögerung bis zum Zugang der Patienten unter der im Vergleich mit allen Medikamenten. Die Dauer der Zugangsverzögerung liegt zwischen 4,7 Monaten und 2,2 Jahren.

Quelle: EFPIA Patients W.A.I.T. Indicator 2019 Survey; Grafik: IQVIA ; PM 12-2020-2


powered by webEdition CMS