Bleibt uns Homeoffice erhalten?

Grafik: Randstad-ifo Personalleiter verschiedener Branchen, darunter auch der Pharmaindustrie, wurden durch das ifo-Institut im Auftrag des Personaldienstleisters Randstaat nach dem Homeoffice-Angebot im Unternehmen befragt*. Vor dem Ausbruch der Pandemie hatten in den Unternehmen im Durchschnitt 39% der Beschäftigten zumindest zeitweise im Homeoffice gearbeitet. Wobei 32% angaben, dass lediglich bis zu 10 % der Belegschaft von zuhause gearbeitet hatte. 61% boten den Mitarbeitern hingegen keine Homeoffice-Möglichkeit an. Während in kleinen Unternehmen (weniger als 50 Beschäftigte) im Schnitt nur 26% der Belegschaft die Möglichkeit genutz hatten, von Zuhause zu arbeiten, steigt dieser Wert auf 75% bei Unternehmen mit mindestens 500 Beschäftigten.

Aufgrund der Corona-Pandemie und den auferlegten Kontaktbeschränkungen arbeitete ein größerer Anteil der Belegschaft von Zuhause. So stieg der Anteil derjenigen Firmen, bei denen Homeoffice überhaupt zur Anwendung kommt auf 61%. Insbesondere im Verarbeitenden Gewerbe stieg der Anteil Homeoffice nutzender Firmen deutlich und lag bei 70% während der Corona-Pandemie. Theoretisch könnten den Meldungen zufolge allerdings 80% der Firmen Homeoffice anbieten. Die Unternehmen nutzen das Homeoffice Potential am aktuellen Rand laut der Umfrage aber nicht komplett aus.

Eine mögliche Erklärung für ungenutzte Homeoffice-Möglichkeiten könnte die teils fehlende Akzeptanz dieser Arbeitsform sein. Homeoffice haftet zum Teil nach wie vor eine negative Produktivitätsannahme an. In Firmen mit einer negativen Einschätzung der Produktivität wurde vor der Pandemie deutlich seltener überhaupt Homeoffice genutzt (40%) als in den Unternehmen, in denen die Personalleiter eine eine negative Produktivitätsveränderung angenommen wird, lag dieser Anteil mit 29% höher. Eine negative Einschätzung der Produktivität im Homeoffice verhindert somit zumindest teilweise die Nutzung von Heimarbeit.


Eine Studie zu diesem Thema hat hingegen genau das Gegenteil zu Tage gebracht. So stieg die Produktivität der im Homeoffice arbeitenden Belegschaft signifikant und auch Fehlzeiten verringerten sich spürbar. Die Ergebnisse dieser Studie sind allerdings nicht zwingend auf alle Branchen und Länder übertragbar.


Erwarten lässt sich aber, dass dauerhaft durchaus mehr Homeoffice in Anspruch genommen werden wird. Während die große Mehrheit der Befragten davon ausgehen, das Dienstreisen und Vorort-Meetings dauerhaft weniger stattfinden werden, erwarten 64% mehr virtuelle Konferenzen und 47% mehr Homeoffice. Explizit nach der Dauer von Homeoffice gefragt, sagten 50% der Unternehmen, die während der Corona-Pandemie Homeofficeangebote nicht erhöht hatten, dass die Möglichkeiten dauerhaft mehr würden und von denjenigen, die in der Zeit mehr Homeofficeangebote geschaffen hatten, sogar 73%.

*Quelle: Randstad-ifo-, Personalleiterbefragung, Ergebnisse: 2. Quartal 2020, Grafik: Randstad-ifo; PM 16-2020-2


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