Innovationsausschuss fördert 33 neue Projekte der Versorgungsforschung

Foto: G-BA Der Innovationsausschuss beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) fördert 33 neue Projekte der Versorgungsforschung. Der entsprechende Beschluss wurde im Oktober in Berlin getroffen. Jetzt ist die Liste der geförderten Projekt veröffentlicht worden.

Insgesamt gingen 186 Projektanträge auf die Förderbekanntmachungen vom Dezember 2019 ein. Einen positiven Förderbescheid er-halten 9 Projektanträge aus dem themenoffenen Bereich sowie 24 Projektanträge aus dem themenspezifischen Bereich, die sich wie folgt verteilen:
• Weiterentwicklung der Versorgung in wesentlichen nichtärztlichen Versorgungssettings: 6
• Möglichkeiten der Qualitätssicherung digitaler Versorgungsangebote: 1
• Veränderungen der Versorgungspraxis infolge digitaler Angebote: 5
• Perspektiven und Potenziale des Einsatzes Künstlicher Intelligenz (KI) in der Versorgung: 6
• Versorgungsforschung zu Leitlinien: 6

Die Liste der geförderten Projekte finden Sie hier: https://innovationsfonds.g-ba.de/downloads/media/231/Liste-gefoerderter-Projekte_VSF_FBK-2019-12-12.pdf


Hier einige Beispiele:
⁃ Fortlaufende Qualitätssicherung von in der GKV-Regelversorgung eingesetzten Gesundheits-Apps, Akronym: QuaSiApps, Antragsteller: Universität Duisburg-Essen (Prof. Dr. Jürgen Wasem).
⁃ Das digitale Referenzzentrum für Arzneimittel in Schwangerschaft und Stillzeit: Embryotox.de in der Versorgungspraxis. Akronym: Embryotox. Antragsteller: Charité-Universitätsmedizin Berlin (Dr. Katarina Dathe).
⁃ Potenziale KI-gestützter Vorhersageverfahren auf Basis von Routinedaten. Akronym: KI-THRUST. Antragsteller: aQua-Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (Dr. Thomas Grobe).
⁃ Dynamische Evidenzaktualisierung für Aktuelle Leilinienempfehlungen. Akronym: DEAL. Antragsteller: Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Prof. Dr. Jörg Meerpohl).
⁃ Erarbeitung von Handlungskatalogen zur Umsetztung existierender Leitlinien zur Psychopharmakotherapie bei Personen mit intellektueller Entwicklungsstörung. Akronym: LePP-ID. Antragsteller: Technische Universität Dresden (Prof. Dr. Matthias Schützwohl).


Weitere Ausschreibungen zu Versorgungsforschungsprojekten werden 2021 kommen, da der Gesetzgeber den Innovationsfonds verlängert hat, wie Prof. Josef Hecken, Vorsitzender des Innovationsausschusses beim G-BA, betont: „Es stehen also weiterhin Gelder zur Verfügung, um das Entstehen neuen Wissens für die Versorgung zu fördern. Der Innovationsausschuss garantiert, dass die Ergebnisse dann auch systematisch ausgewertet und breit zur Verfügung gestellt werden. Es werden hier keine Projekte gefördert, deren Ergebnisse nur in einer Schublade verschwinden. Ziel ist es, versorgungsrelevante Erkenntnisse zu gewinnen. Das kann auch bedeuten, dass bestimmte Ansätze keine Verbesserung erkennen lassen und deshalb nicht mehr oder nur modifiziert weiterverfolgt werden sollten. Dieser Aspekt des Erkenntnisgewinns wird aus meiner Sicht oftmals zu wenig wertgeschätzt. Ob etwas nicht geht und warum das so ist, sind ebenfalls wichtige Erfahrungen."


Hintergrund
Mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz erhielt der G-BA 2016 den Auftrag, neue Versorgungsformen, die über die bisherige Regelversor-gung hinausgehen, und Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet sind, zu fördern. Die Versorgungsforschung untersucht dabei Strukturen und Prozesse des Gesundheitssystems unter Alltagsbedingungen. Forschungsgegenstand können zum Beispiel die Verordnung von Arznei-, Hilfs- und Heilmitteln sein genauso wie die Versorgungsqualität mit diagnostischen und therapeutischen Methoden.
Übergeordnetes Ziel ist eine qualitative Weiterentwicklung der Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland.
Die Bundesregierung hat zu diesem Zweck einen Innovationsfonds aufgelegt. Die zur Verfügung stehende Fördersumme betrug in den Jahren 2016 bis 2019 jeweils 300 Millionen Euro jährlich. Mit dem Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sinkt die Summe von 2020 bis 2024 auf 200 Mil-lionen Euro pro Jahr. Von der Gesamtsumme sollen 80 Prozent für die Förderung von Projekten im Bereich der neuen Versorgungsformen und 20 Prozent für die Förderung im Bereich der Versorgungsforschung ein-gesetzt werden. Jeweils höchstens 20 Prozent der jährlich verfügbaren Summe darf für themenoffene Förderbekanntmachungen verwendet werden. Mindestens 5 Millionen Euro sollen für die Entwicklung oder Weiterentwicklung ausgewählter medizinischer Leitlinien, für die in der Versorgung ein besonderer Bedarf besteht, aufgewendet werden.
Die Mittel für den Fonds werden von den gesetzlichen Krankenkassen und aus dem Gesundheitsfonds getragen. Die Finanzmittel des Innovationsfonds verwaltet das Bundesamt für Soziale Sicherung.

Foto: G-BA; PM 20-2020-3


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