Künstliche Intelligenz (KI): Wie richtig beginnen?

Foto: Studiencover

KI ist für Unternehmen spannend und vielversprechend. Doch wo und wie fängt man damit an? Genau das ist das Problem vieler Unternehmen, wie die Umfrage von BearingPoint unter 600 Unternehmensvertretern, davon 26% aus dem Bereich Gesundheit/Soziales, für den „Digitalisierungsmonitor 2020" ergab. So bestätigen 68% der Unternehmensvertreter, in deren Unternehmen noch keine KI-Initiativen vorhanden sind, dass sie nicht wissen, wie sie sich KI nähern sollen.


Unternehmen, die bereits über KI-Initiativen verfügen, machen es vor. Sie begegnen dem Thema KI mittels externer Berater (42%), informieren sich auf Messen (25%) und gehen Partnerschaften ein (24%). Auch Start-ups sind als Partner für Kollaborationen oder Austausch begehrt (20%). KI ist jedoch kein theoretisches Phänomen. So zeigen 21% der Befragten Tatkraft und experimentieren mit KI in eigenen "Spezialprojekten" oder Innovation Labs.

Ohne Daten keine KI
Ein weiterer Vorsprung der KI-Pioniere offenbart sich in Bezug auf die Voraussetzungen rund um Daten in Unternehmen. Während die Abhängigkeit einer erfolgreichen KI von Verfügbarkeit, Qualität und Nachvollziehbarkeit der Daten vom Durchschnitt der Befragten durchaus anerkannt wird (62%), schätzen Unternehmen mit KI diese deutlich elementarer ein (99%). Ohne Daten ist KI schlicht nicht möglich.

Trotz der immensen Wichtigkeit von Daten sind allgemein Verfügbarkeit (43%), Qualität (39%) sowie Analysekompetenz (37%) noch zu wenig ausgeprägt. Das verhindert in vielen Unternehmen einen erfolgreichen Start von KI-Projekten. Unternehmen ohne KI-Initiativen haben hier besonders großen Nachholbedarf, gerade im Vergleich zu Unternehmen mit KI-Projekten: Verfügbarkeit (25 % vs. 65%), Qualität (27% vs. 52%) und Analysekompetenz (21% vs. 56%).

Umfassende Datenmanagementkonzepte gewinnen dadurch ebenfalls an Bedeutung, sind aber noch nicht ausgereift. 23% nutzen ein ganzheitliches Datenmanagementkonzept. 16% der Befragten geben an, aus rechtlichen Gründen nicht bereit zu sein, systematisch Daten zu sammeln beziehungsweise auszuwerten.

Das bringt Unternehmen weiter
Im Monitor werden vier unterschiedliche KI-Entwicklungsstufen identifiziert - vom Nachzügler bis hin zum Innovator. „Eine gute Nachricht für die sogenannten Nachzügler: Es ist noch nicht zu spät, sich mit dem Thema KI auseinanderzusetzen. Diese Unternehmen sollten mit der Identifizierung geeigneter interner und externer Multiplikatoren beginnen sowie Use Cases und Pilotprojekte diskutieren. Wichtig ist, sich in der Anfangsphase nicht von den noch fehlenden Prozessen und Zuständigkeiten für die Nutzung von Daten entmutigen zu lassen. Darüber hinaus gilt es für Unternehmen, die sich an ersten KI-Projekten versuchen, einen konkreten Fehler zu vermeiden - das Scheitern an zu hohen Erwartungen. Es ist wichtig, realistische Erwartungen an KI-Initiativen zu definieren", so Theodor Schabicki, Partner bei BearingPoint. „Wer von der großartigen Technologie und ihren Möglichkeiten profitieren will, muss schlichtweg irgendwann damit anfangen. Sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und Pilotprojekte zu etablieren, ist der erste Schritt in die richtige Richtung."

Unternehmen im Bereich Gesundheit erwarten von KI zu 59% Effizienzsteigerungen, zu 58% Prozessverbesserungen, zu 38% neue Produkte und Services, zu 27% personalisierte Services und zu 24% bessere Entscheidungen.

Und wo erwarten Unternehmen die größten Einsatzpotentiale? 30% bei Logistikprozessen, 26% bei Produktionsprozessen, 20% bei Vertriebsprozessen, 12% beim Marketing, 11% bei Forschungsprozessen (Auswahl).

Quelle; Bearing Point, Digitalisierungsmonitor 2020; Foto: Studiencover; PM 4-2020-3


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