Digitalisierung: Gesundheitswesen holt langsam auf

Foto: Titel StudieLaut einer Studie* hat sich der Digitalisierungsindex des Gesundheitswesens im Vergleich zum Vorjahr um einen Punkt auf 55 von 100 erreichbaren Punkten verbessert, bleibt aber im Mittelfeld der untersuchten Branchen. In der Studie wird konstatiert, dass die Digitalisierung für das Gesundheits- und Sozialwesen großes Potenzial in sich birgt. Dies gelte sowohl für medizinische Abläufe als auch für die dafür notwendigen Organisations- und Verwaltungsprozesse. Die Studie zeigt, dass rund die Hälfte der Träger und Einrichtungen im Gesundheitswesen digitale Themen konsequent vorantreiben. Online Terminbuchung, Entertainment im Wartezimmer oder elektronische Arztbriefe belegen das genauso wie der Einsatz von Technologien wie Robotik und Künstlicher Intelligenz (KI).

Die Studie zeigt deutlich, dass Kliniken, Ambulanzen und soziale Träger bereits wichtige Schritte zur Umsetzung der Digitalisierung realisiert haben. Innerhalb der Subbranchen liegen die Krankenhäuser mit 79 Punkten weit vorn. Es folgen Arztpraxen mit 70 Punkten, Pflegedienste erreichen 68 Punkte.

56% erklärten, dass die Digitalisierung inzwischen fest in ihrer Geschäftsstrategie verankert ist. Ein Viertel der medizinischen Einrichtungen arbeitet an der Umsetzung einzelner digitaler Projekte. Digitale Fortschritte identifiziert die Studie insbesondere in den Bereichen „IT-Informationssicherheit und Datenschutz" und „Beziehung zu Kunden".


Eine besondere Relevanz für den Datenschutz haben laut der Studie mobile Endgeräte. Mitarbeiter seien in der Regel bei den Patienten vor Ort und benötigten den Zugriff auf Daten und Informationen über mobile Geräte. Bei 55% der Gesundheitseinrichtungen sind Smart-phones oder Tablets inzwischen sicher ins Unternehmensnetzwerk eingebunden. Weitere 22 Prozent sind auf dem Weg dahin. Vorreiter sind Krankenhäuser mit einem Umsetzungsgrad von 77%. Auch in Pflegeeinrichtungen ist der Anteil mit 73% überdurchschnittlich hoch.


Insgesamt 70% sehen in KI Potenzial, in Krankenhäusern liegt der Anteil bei 81%, in den Pflegeeinrichtungen bei 92%. 7% der Einrichtungen im Gesundheitswesen wenden KI bereits an. Besonders hoch ist der Anteil im Pflegebereich mit 17%. 13% aller medizinischen Einrichtungen verfolgen konkrete Pläne für den Einsatz von KI innerhalb der nächsten zwei Jahre.


Die Einsatzgebiete von KI sind im Gesundheitswesen vielfältig. Medizinische Chatbots (19% beschäftigen sich damit) können Standardanfragen wie Öffnungszeiten, Abfrage vom Behandlungsleistungsbereich oder das Vorliegen von Befunden beantworten. KI in der Bilderkennung (18%) unterstützt die Diagnostik (Röntgenbilder, Blutwerte), vereinfacht als virtuelle Arztassistenten (33%) die Protokoll- und Befundberichtlegung.


Als die größten Problemfelder der digitalen Transformation werden der Schutz von besonders sensiblen Daten (44%), die Gewährleistung der IT-Sicherheit (36%) sowie die hohen Investitionskosten (38%) eingeordnet. Für 30% ist die digitale Kompetenz der Mitarbeiter ein Problem. 37% sehen in dem kontinuierlichen Ausbau digitaler Kompetenzen einen der entscheidenden Erfolgsfaktor. 42% schätzen digitale Kompetenz zukünftig als genauso wichtig ein wie fachliche oder soziale Kompetenz.

*Quelle: techconsult im Auftrag der Telekom - Digitalisierungsindex Mittelstand 2019/20, Der digitale Status quo im Gesundheitswesen; Foto: Titel Studie; 6-2020-2


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