Witty leitet COVID-19 Impfstoffsuche bei der WHO

Foto: Website Optum Der Ex-Chef von GlaxoSmithKline, Sir Andrew Witty, wird sich bei der Weltgesundheitsorganisation WHO um die Suche nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus kümmern. Witty verlässt seinen derzeitigen Job, um die Initiative der WHO zur Entwicklung des Impfstoffes zu leiten.

Witty ist derzeit President UnitedHealth Group and CEO von Optum. UnitedHealth gehört mit einem Umsatz von über 200 Mrd. US-Dollar zu einem der weltgrößten Unternehmen, Tätigkeitsbereich sind Versicherungen und vor allem Krankenversicherungen. Optum ist Teil von UnitedHealth und bietet verschiedene Dienstleistungen der Gesundheitsversorgung und -pflege an. Für die Berufung von der WHO hat Witty diese Jobs bis zum Ende des Jahres an den Nägel gehängt. Danach soll er in seine alten Funktionen zurückkehren. Während seiner Abwesenheit wird er von David S. Wichmann, Chief Executive Officer der UnitedHealth Group, vertreten.

Witty hat seine Position bei der WHO am 20. April 2020 angetreten. Pharmaphorum bezeichnet die neue Aufgabe als „challenging", schon allein, weil der Präsident der USA die Zahlungen an die WHO eingestellt hat. Seiner Meinung nach habe die WHO bei der Coronavirus-Krise schlecht gemanaged. Damit fehlen dem Budget der Organisation 400 Mio. US-Dollar, die die Bill & Melinda-Gates-Stiftung mit 150 Mio. US-Dollar ausgleicht.


Witty muss sich um etwa 70 in der Entwicklung befindliche Kandidaten für einen Impfstoff gegen COVID-19 kümmern. Viele davon sind aber noch in eine frühen Entwicklungsphase. Derzeit gibt es wohl drei ernsthafte Ansätze - vom Beijing Institute of Biotechnology zusammen mit CanSino Bio sowie von den US-Biotechnologie-Unternehmen Inovio und Moderna, die es schon in die klinische Testphase geschafft haben.


Der VFA rechnet sieben weitere Projekte hinzu: ein Projekt des Tübinger Start-Ups Prime Vector Technologies (PVT), ein Projekt des israelischen Institutes for Biological Research, eins des Schweizer Unternehmens Alpha-O Peptides, ein Projekt des südkoreanischen Unternehmens SK Bioscience, ein Projekt der Unternehmen Translate Bio und Sanofi (USA und Frankreich), ein Projekt des US-Unternehmens Kentucky BioProcessing (Tochter von British American Tobacco) und ein Projekt des US-Unternehmens Sorrento Therapeutics.


Zahlreiche unterschiedliche Forschungsinitiativen gibt es auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Mit einem Impfstoff beschäftigen sich u.a.: IDT Biologika (Dessau), Lebendimpfstoff für klinische Studien des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung (DZIF); AiCuris (Wuppertal); BioNTech (Mainz) zusammen mit Pfizer; CureVac (Tübingen); Boehringer Ingelheim (Biberach); Saiba (Pfäffikon) gemeinsam mit Universität und Inselspital Bern sowie Universtitätsspital Zürich; Alpha-O Peptides (Riehen); Themis (Wien), zusammen mit Institut Pasteur und University of Pittsburgh.


Die WHO hat Witty die Aufgabe übertragen, alle diese Projekte irgendwie zusammen zu bringen und dafür zu sorgen, dass Impfstoffe möglichst bald verfügbar sein werden. Witty sagte dazu: „Ich bin sehr geehrt, dass ich diese Mission, einen Impfstoff gegen COVID-19 zu finden, leiten darf,....."

Foto: Website Optum; PM 7-2020-1


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